intern März 2017

Heftinhalt mare No. 120

WUNDERWERKE DER NATUR
Die innere Schönheit der Fische

BRASILIENS DROGENKARTELL
Auf dieser Insel fing alles an

HEMINGWAYS BRUDER
Schillern im großen Schatten

Fotografin Heike Ollertz über ihre Island-Reise für mare No. 120: "Home, rolling home"

Drei Wochen unterwegs im isländischen Hochland auf der Suche nach den sichtbaren Spuren der tektonischen Plattenverschiebung. Genau genommen auf einem neuen Kontinent, der zwischen der nordamerikanischen und europäischen Platte durch die vulkanischen Eruptionen entsteht. Eine wunderbar einsame Fahrt führt mich diagonal über die Insel, entlang der vulkanischen Aktivitäten, durch Nationalparks und zu bizarren, von Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Energieerzeugung geprägten Landschaften. Die Nächte sind oft stürmisch, und die starken Winde zerren am Aufbau meines Pick-ups.

Wind und Regen erzeugen manchmal eine gruselige Geräuschkulisse, gegen die ich mich mit Ohrstöpseln zu wehren versuche. Im Nationalpark Þingvellir werde ich wach und finde mich unter einem gigantischen Sternenhimmel wieder. Für Augenblicke lässt mich das bewegungslos verharren. Abenteuerlich sind die Flussquerungen. Oft ist es schwierig einzuschätzen, wie tief der Fluss ist und wie stark die Strömung. Beim ersten Mal hatte ich einen Adrenalinkick und bin viel zu schnell gefahren. Ein Isländer auf der anderen Seite des Flusses gab mir daraufhin entscheidende Tipps mit für meinen weiteren Weg. Ein bisschen stolz war ich schon, als ich nach fast drei Wochen mit heilem Camper wieder in Reykjavík angekommen bin. Nur diese kleine Unaufmerksamkeit bei der Einfahrt in die Tiefgarage ... das war dann bitter. Der Wagen blieb stecken, das Dach war hin, und ich habe mir eine Erdspalte gewünscht, die sich unter mir auftut. Gut, dass die Redaktion Sinn für Humor hat – und einen großzügigen Verleger.
Heike Ollertz, „Gespaltenes Land", mare No. 120, Seite 52