Mitarbeitertipp März 2016

Jens Rosteck: Brel

"Es gibt zwei Arten von Menschen: Es gibt die Lebenden. Und mich. Und ich, ich bin auf See." 
Jacques Brel

Stephanie Haack, Presse, empfiehlt "Brel" von Jens Rosteck

Je Danse Donc Je Suis – der Tanzclub mit französischer Musik im Thalia Nachtasyl hat mir schon so manche durchtanzte Nacht beschert. Und so wurde ich gleich hellhörig, als ich erfuhr, dass wir eine Biografie über den legendären Chansonnier Jacques Brel veröffentlichen würden. Französische Musik? Das kann nur gut sein, dachte ich. - Und ich wurde nicht enttäuscht! Der Musik-Experte und Frankreich-Spezialist Jens Rosteck vermochte mich (die sich Biografien üblicherweise mit einer gewissen Scheu nähert) schon nach wenigen Seiten in eine andere Zeit und in das Leben eines außergewöhnlichen Musikers zu versetzen. Jacques Brel: Seine Musik geht tief unter die Haut, seine Mimik und Gestik sind unverwechselbar, seine Bühnenauftritte waren bedingungslose Hingabe, schiere Ekstase. Er berührte und erreichte die Menschen. Zugleich war er ein großer Zweifler, ein Rastloser, ein Getriebener, der seine Karriere auf dem Gipfel des Erfolges scheinbar plötzlich beendete, um seiner Sehnsucht nach dem Meer zu folgen.

Zwischendurch schiebt Jens Rosteck kenntnisreiche Charakterisierungen einiger ausgewählter Chansons ein - und hier machte ich eine ganz besondere Entdeckung: Denn plötzlich tauchte mein Held David Bowie in der Biografie auf und ich lernte, dass Bowie Anfang der 1970er Jahre eine eigene Version von Brels berühmtem Lied "Dans le port d'Amsterdam" präsentierte. Bei Bowie hieß das Stück dann "The Port Of Amsterdam". Beide Songs sind überwältigende Hörerlebnisse.
Und allerspätestens da war's um mich geschehen. Französische Musik. Jacques Brel und David Bowie. Hören und tanzen und fühlen. Großartig.

Jens Rosteck: Brel: Der Mann, der eine Insel war, mareverlag 2016