Der Knochensammler vom Blue Hole

Das Blue Hole im Roten Meer ist der berühmteste und gefährlichste Tauchplatz der Welt. Hunderte Taucher sind in dem 90 Meter tiefen Loch im Küstenriff verunglückt. Und Tarek Omar ist der berühmteste Taucher des Blue Hole. Er birgt die Leichen.
Feb 2012, No. 90

Weltkarte

Inhalt mare No. 90

BLUE HOLE
Die fatale Lust an der Tiefe.

JACK LONDON
Das letzte Abenteuer des "Seewolfs".

STERNEN-GPS
Ein Hausarzt löst das Rätsel der Polynesier.
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Das Blue Hole
Was muss ein Loch haben, das einen hinunterzieht? Es muss blau sein am Anfang, verheißungsvoll, damit es einen empfängt; dahinter muss es dunkler werden, einen Abgrund bieten, denn Tiefe ohne Dunkelheit ist keine Tiefe. Es muss fremd sein, es muss Neuland sein, unerforscht, nicht zu betreten. Es muss den Reiz des Verbotenen haben; eine Linie haben, die man überschreiten kann, eine Linie, die trennt: in jene, die davor bleiben, und jene anderen, Besonderen, Außergewöhnlichen, die sie überschreiten. Man muss sich dem Tod nähern, Schritt für Schritt, man muss sie spüren, die Angst; man muss erleben, wie einem die Welt oben abhanden kommt. Es muss im übertragenen Sinn ein Taufbecken sein; die, die aus dem Loch wieder auftauchen, dürfen nicht mehr die Gleichen sein, die hinabgestiegen sind, nicht mehr dieselben Menschen sein, die sie waren.

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Ein Loch wie das Blue Hole. 90 Meter tief, 50 Meter breit, ein Berg aus Wasser, auf den Kopf gestellt. Der Mount Everest der Taucher.

Das Blue Hole liegt an einer Felsenbucht, zehn Kilometer nördlich von Dahab an der Ostküste der Sinaihalbinsel am Golf von Akaba. Wer nicht tauchend die Magie des Blue Hole erleben kann, der steigt abends den Hügel hinauf, der sich über dem Blue Hole erhebt. Die roten Berge verglühen im Ascheschwarz. Die Cafés unten, die sich an die Bucht drängeln, sind menschenleer. Der Abstieg ins Blue Hole beginnt fünf Meter von den Liegestühlen am Strand entfernt. Tagsüber ist das Loch eine graue Fläche im Uferriff, und man kann sich nicht vorstellen, dass da unten Hunderte gestorben sind und noch Leichen am Grund liegen. Erst wenn das Blue Hole keine farblose Brühe mehr ist, in der Erdnusstüten schwimmen und dicke Touristen schnorcheln, erst wenn es das tiefe Nachtblau des Himmels annimmt, dann erst versteht man den Namen. Und dass es einen hinabzieht nach unten.
Das Blue Hole ist auch bei Freitauchern beliebt. Das Loch ist ohne Strömungen, das ist beim Freediving wichtig. Die Taucher wollen möglichst ungestört senkrecht auf- und abtauchen.
Sergio Martínez Álvarez wollte im Blue Hole einen neuen deutschen Rekord aufstellen, wird aber beim Auftauchen ohnmächtig. "Sergio, wo bist Du?", ruft die Hilfstaucherin.
Schwarz und Weiß, Dunkelheit und Licht - die Sphären des Blue Hole finden sich auch in Tareks Leben. Früher Party und Markenkleidung, heute Beduinengewand und Moschee.
An dieser Stelle detonierte eine der drei Splitterbomben, die am 24 April 2006 Dahab verwüsteten. 23 Menschen starben. Hinter dem Anschlag werden Beduinen vermutet. Tarek barg den Kopf eines Attentäters aus dem Wasser.

Autor Dimitri Ladischensky

Dimitri Ladischensky, Jahrgang 1972, mare-Redakteur, ist in Dahab erstmals mit Flaschen getaucht. Er und der Fotograf Jan Windsuz waren beeindruckt, dass die Freediver Bewusstlosigkeit so selbstverständlich einkalkulieren wie Fußballer eine Zerrung. weitere Infos

Oben funkeln die Sterne, und unten blinken die Leuchtfische, die kometengleich ihre Lichtschweife durch das Rund ziehen; unten der dunkle Saum, oben der dunkle Saum, Blinken hier, Blinken dort, Himmel und Erde und ein blauer Spiegel dazwischen, durch den man in den Himmel blickt.

Abends leuchtet das Blue Hole für die Nichttaucher und morgens für die Taucher. Wer hinabtaucht, für den wird es nicht sofort dunkler. Im Loch wird es erst blauer, das Blau wird flächig, verliert die Dimension der Tiefe, verdichtet sich zu einem blauen Nebel, bevor auch das Licht darin verschwindet. Nach 40, 50 Metern wird es heller. Das Blue Hole ist nach unten hin nicht geschlossen, ab 53 Metern öffnet sich an seiner Wand ein 30 Meter hoher Torbogen, der bis an den Grund des Blue Hole in 90 Meter Tiefe reicht. Dieser Torbogen ist der Eingang zu einem 26 Meter langen Tunnel, der zum offenen Ozean führt.

Fotograf Jan Windszus

Jan Windszus, geboren 1976, lebt als freier Fotograf in Berlin. weitere Infos

Tarek Omar
Wer in Dahab nach dem Blue Hole fragt, bekommt als Antwort: Geh zu Tarek Omar, der weiß alles über das Loch. Der erste Ägypter, der sich hinabgewagt hat, und das zu einer Zeit, als noch viele Israelis auf dem Sinai waren. Der ihnen gezeigt hat, was tief, richtig tief tauchen ist. Der Erste, der das Blue Hole erforscht hat; er kennt jeden Stein und jeden Fisch da unten. Der Erste, der herausgefunden hat, dass das Blue Hole einen Boden hat. Der Erste, der die Toten unten gesehen hat.

Tarek Mamoud Omar ist in einem Berberdorf an der Grenze zu Libyen geboren; 1994 ist er nach Dahab gekommen. Er wollte etwas mit Touristen machen, hatte aber keine Lust, ein Hotel oder ein Café zu eröffnen. Er wurde Tauchlehrer. Heute betreibt er die Tauchbasis Tek Tribe, die erste Schule für technisches Tauchen in Dahab. Berühmt gemacht haben ihn die Leichenbergungen im Blue Hole. Man nennt ihn den Knochensammler.

Von unten blinkt das Blue Hole hoch, und Tarek schaut teilnahmslos in die Ferne. Kein Licht dringt zu ihm empor, kein Meeresrauschen. Er wirkt, als wäre alles um ihn herum ausgelöscht, nichts kann ihn ablenken. Tauchen, sagt Tarek, habe viel mit Kontrolle zu tun. Es gebe im Blue Hole keine gefährlichen Strömungen und keine gefährlichen Fische. Gefährlich sei das Loch eigentlich nicht, wenn man sich an die Regeln halte. Wenn Tarek in die Dämmerwelt gleitet und sein Herzschlag sich verlangsamt, dann bleibt er wach; wenn ab 20 Metern der Auftrieb nachlässt und sein Körper ins Dunkel fällt, 35 Meter, 40 Meter, dann wird er nicht panisch, sondern schaut auf seinen Tiefenmesser. Und wenn unter ihm plötzlich etwas aufleuchtet, 50 Meter, 55 Meter, und sich wärmendes Licht um ihn zu legen beginnt, dann denkt Tarek an Tee.

Ich will nach Hause, ich will nach Hause und meinen Tee trinken: Diesen Satz, den sagt er zu sich, wenn er das Licht im Blue Hole sieht. Er nennt den Satz seine „Überlebensstrategie". Andere Taucher würden das Licht sehen und der Tiefe plötzlich vertrauen. Der Tiefenrausch könne mutiger und angstloser, aber auch umgekehrt ängstlicher, panischer machen, je nach Tagesverfassung, sagt Tarek. In jedem Fall reagiere das Gehirn völlig konfus. Andere Taucher hätten sich nicht mehr in der Gewalt. Sie sähen das Licht, würden übermütig, wollten plötzlich mit Pressluft durch den Tunnel tauchen, und auf einmal seien sie fünf Meter tiefer, weil sie beim Tarieren nicht aufgepasst haben.

130 Taucher sind hier gestorben, seit die Behörden 1997 zu zählen angefangen haben, aber Tarek glaubt nicht, dass sie richtig gezählt haben. Von 1994 bis 1997 hätten sie manchmal zwei Tote in der Woche gehabt. Heute sind es etwa zehn Taucher im Jahr. Als sich die Todesfälle im Blue Hole häuften, hat der ägyptische Tauchverband im gesamten Roten Meer ein Tiefenlimit für Presslufttauchen eingeführt. Nicht tiefer als 40 Meter. Und die Auflage, dass immer ein Guide einer Tauchbasis dabei sein muss. Aber es gebe solche in Dahab, die für 50 Dollar Trinkgeld den Tunnel on top anbieten, und es gebe Touristen, die danach fragen. 50-mal im Jahr würde der Tunnel illegal durchtaucht, schätzt Tarek. Die Tauchguides, die das anböten, seien in Dahab bekannt. Sie seien dumm. Dumm, das zu tun. Dumm, darüber zu reden, sagt er.

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Der Unterschied zwischen denen, die er hochholt, und ihm sei nicht Glück, sondern Können. Glück sei, wenn du einen seltenen Fisch siehst. Wiederaufzutauchen habe mit Glück nichts zu tun. Einmal hat er eine Privattour durch den Zoo von Kairo gemacht. Er ist zu den Bären, Löwen, Schimpansen gegangen, hat sich Futter geben lassen und die Wärter weggeschickt; nach und nach hat er sich den Tieren genähert, eine halbe Stunde, dann hat er seine Hand in den Käfig gestreckt und den Löwen gekrault oder dem Gorilla die Hand gegeben oder sich vom Schimpansen hinterm Ohr kraulen lassen.

Das gefährlichste Tier im Meer, sagt Tarek, sei das Wasser selbst. Nicht die Haie. Und Schritt für Schritt habe er sich dem Wasser angenähert, Meter für Meter sich abwärts trainiert, den Körper an die Sauerstoffvergiftung und den Tiefenrausch gewöhnt, bis er es mit Pressluft auf 102 Meter geschafft habe.
Seit 1997 habe er alle Missionen am Blue Hole gemacht. Er sei der Einzige in Dahab, der Missionen mache. So nennt er seine Bergungen. Eine Zahl all seiner geborgenen Leichen hat er nicht; das sei keine Liste, die er gerne haben möchte.

Angefangen habe er mit Pressluft, später dann, ab 1999, sei er mit Gasgemischen runter. Er habe das technische Tauchen, das Multigastauchen, für mehr Sicherheit und für einen besseren Umgang mit der Tiefe nach Dahab gebracht. Nitrox, Helium, Trimix - bestimmte Gase für bestimmte Tiefen und bestimmte Phasen des Tauchgangs. Damit könne man den Tunnel gefahrlos durchtauchen. Er habe herausgefunden, dass der Grund im Tunnel bis auf 120, 130 Meter abfällt. Außerhalb des Tunnels, außerhalb des Blue Hole sei er noch weiter runter. Bis auf 209 Meter habe er es geschafft, Tieftauchrekord in dieser Gegend!

Die Sonne brennt. Im Schatten eines der zahlreichen Cafés am Blue Hole hat er sich niedergelassen, kein Teilnehmer, sondern Zuschauer des Geschehens. Pick-ups mit Tagestouristen aus Scharm El-Scheich holpern an ihm vorbei, Jeeps hupen, need Taxi, Mister? Beduinen bieten Kamelreiten zum nächsten Nomadencamp an. Dazwischen drängen sich Mädchen, die Strandarmbänder verkaufen. Nur die Kamele, die wie auf Socken gehen und schlurfende Geräusche machen, sind die Ruhe selbst. Und das Blue Hole. Egal wie heiß es oben ist, von der Hitze und vom Lärm dringt nichts nach unten.

Die bewegliche Brücke aus Plastikkanistern am Einstieg zum Loch schwappt müde hin und her. Er ist 49. Seine letzte Bergung liegt zwei Jahre zurück. Er wolle Platz machen für die Jüngeren, deshalb habe er sich ins Management seiner Tauchschule zurückgezogen. Außerdem sei Gott ihm jetzt wichtiger als Tauchen. Er tauche nicht mehr viel. Er trägt jetzt die weiße Galabija, das hemdartige Gewand der Beduinen.

Er sei ein Fashion Victim gewesen, sagt Tarek. Vor zwei Jahren habe er sich komplett geändert. Es habe einen Moment der Erleuchtung gegeben, einen Zustand der Konzentration, der es ihm erlaubte, in sich selbst hinabzutauchen, in einen sehr hellen Punkt. Was andere im Blue Hole erleben, hat er bei der Beerdigung eines reichen Beduinen erlebt. Erleuchtung. Dass der Beduine so reich war, aber keines seiner 20 Autos mitnehmen konnte, diese Erkenntnis habe ihn verändert. Davor hatte er Dolce & Gabbana getragen, teure Uhren, den neuesten Haarschnitt, ständig Partys, er hatte Affären mit Touristinnen; mit einer Holländerin hat er einen Sohn, 15, mit einer Irin eine Tochter, ebenfalls 15.

Jetzt trägt er weiße Gewänder, Turban, Bart, geht zur Moschee, lebt enthaltsam und spricht von Missionen: Er hole den Eltern ihren toten Sohn, nach zwei, drei Tagen, nicht erst nach zwei Monaten, wenn er schon verwest ist. Diese gute Tat bringe ihn in den Himmel.

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Die verschwundene Leiche
Die Schweizerin Brigitte Lenoir sei im Mai 2010 gestorben. Sie habe den Tieftauchweltrekord gewollt. Sie sei okay gewesen, aber das ganze Drumherum: der Tauchbuddy, die Ausrüstung und diese geldgierige Tauchschule, die ihren Rekordversuch logistisch begleitet hat - das alles habe nicht gestimmt, sagt Tarek. Er habe sich über diese Tauchschule anschließend beim ägyptischen Tauchverband beschwert. Fehler Nummer eins: Pascal Bernabé. Der Franzose sei weltbekannt, Weltrekordhalter mit 330 Metern, aber nur auf Geld aus. Bernabé sei zu ebendieser Tauchschule gegangen, zu diesem Typen, diesem Ausländer, der sich in Dahab niedergelassen hat und dessen Namen er nicht nennen will. Auch der sei nur auf Geld aus, und dann hätten sie, Bernabé und der Ungenannte, begonnen, Tieftauchkurse zu vermarkten. Warum eine Gruppe? Und warum so tief? Warum für eine Zahl? Er, Tarek, gehe mit seinen Schülern nie tiefer als 100.

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Die Konkurrenten
Tom Steiner ist der Mann, dessen Namen Tarek nicht nennen will. Der Mann, der Brigitte Lenoir umgebracht habe, indirekt, wie Tarek sagt. Der seine Kunden zu Tieftauchrekorden anstachele und in den Tod schicke. Der keine Ahnung vom Blue Hole habe. Zwei große Tauchbasen für technisches Tauchen gibt es neben Tareks Tek Tribe mittlerweile in Dahab. Eine davon gehört Tom Steiner, Dahab Divers. Die Anlage liegt an der Promenade, das Tauchhotel ist gerade gebaut, es riecht noch nach Zement. Tom Steiner empfängt in kurzer Hose und Schlappen. Tom, groß, athletisch, hat Astronauten der ESA und Navy Seals der griechischen Marine trainiert. Oberhalb des Hotels hat er seinen Bereich, einen kleinen Bungalow, vor dem Art-déco-Sessel stehen. Die hat er selbst gemacht, genauso wie die Eingangstür aus Industriestahl. Seine Homepage hat er ebenfalls selbst designt. Neben der Tauchschule in Dahab hat er eine in der Schweiz am Genfer See, eine weitere möchte er auf Mallorca aufmachen. Er macht viel selbst. Und alles, was er macht, klappt.

Tom Steiner versteht es, dass es für Tarek nicht einfach gewesen sein muss, als jemand Zweites am Blue Hole erschienen ist. Er grüße Tarek, er respektiere ihn als Taucher. Aber was Tarek gegen ihn unternommen habe ... Er schüttelt den Kopf. In Internetforen habe der sich über ihn ausgelassen und beim ägyptischen Tauchverband beschwert. Drei Monate habe er, Tom, nicht tauchen dürfen. Die hätten halt irgendeinen Schuldigen gebraucht, meint er. Er habe Brigitte 25 Jahre gekannt, sie sei seine Nachbarin in der Schweiz gewesen. Er sei der Letzte, der hier fahrlässig gehandelt habe.

Ob Pascal Bernabé sie hätte hochziehen können? Schwer zu sagen, in 150 Metern sei jeder für sich selbst verantwortlich; da gebe es keine unterlassene Hilfeleistung. Man wisse nicht genau, was passiert ist, vielleicht sei der Rebreather defekt gewesen, vielleicht habe es an ihrem Herzen gelegen. Brigitte habe Herzprobleme gehabt, die sie in ihrem medizinischen Checkblatt nicht erwähnt habe. Als der Roboter mit den Überresten nach oben gekommen ist, hat er mit dem Handy gefilmt; sie haben nur einen Teil von ihr gefunden, er sagt nicht mehr den Namen Brigitte, wenn er von diesem Teil redet. Er will den Film niemandem zeigen, das sei seine Erinnerung.

Jede Tauchschule am Blue Hole habe einen Toten. Da brauche Tarek nicht mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Tarek habe versucht, ihn wegzuekeln, das wisse er. Die Polizei habe ihm Schwierigkeiten mit der Arbeitsgenehmigung gemacht, und dahinter stecke Tarek.

Er habe eine Aussprache gewollt, aber sie hätten sich nur angebrüllt. Mittlerweile würden sie sich wieder grüßen. Dahab sei ein Dorf; man müsse miteinander auskommen. Technische Taucher seien eine Familie, und man meint die Botschaft herauszuhören, wenn Tarek nicht als Nestbeschmutzer angefangen hätte, dann würde man immer noch zusammenhalten und sich nicht in der Öffentlichkeit gegenseitig die Fehler aufzählen.

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Tarek Omar sei niemals nur Tarek, sagt Hamada el Sayed. Mal sei er Araber, mal Beduine, mal Geschäftsmann, in ein paar Monaten sei er wieder jemand anders. Hamada ist Leiter der Tauchbasis Sunsplash Divers, der dritte große Anbieter von technischem Tauchen in Dahab. 2001 hat Hamada mit Tauchen begonnen, 2005 hat er bei Tarek einen Kurs gemacht, sich von ihm zum Tec Diving Instructor ausbilden lassen und schließlich bei Sunsplash angefangen. Als er dann Tarek am Blue Hole begegnet sei, habe der überrascht reagiert. Tarek: Für wen arbeitest du? Was ist dein Markt? Hamada: Keine Panik, Tarek, Deutsche, keine Russen! - So sei er halt, der Tarek: Warum tauchst du hier? Das ist mein Geschäft!

Technisches Tauchen sei lukrativ. 200 Meter kosteten 5000 Euro, Übungstauchgänge, Ausrüstung, Crew, Logistik, alles eingerechnet. Und mit dem Geld komme das Risiko in den Sport. Wenn was schieflaufe, bleibe an der Tauchschule, ob schuldig oder nicht, immer was hängen. Sunsplash hat gekillt, Tek Tribe hat gekillt - so reden wir hier in Dahab, sagt Hamada. Die Schule stehe als Täter da, selbst wenn der Taucher den Fehler gemacht hat. Er wolle sich nicht selbst loben, sie hätten noch keinen Unfall bei Sunsplash gehabt.

Zu Tom Steiner habe er kein Verhältnis; er habe versucht, ihn zu grüßen, er habe nicht zurückgegrüßt. Steiners Facebook-Seite sei eine Show, Facebook sei sowieso was für Leute, die sich größer machen möchten, als sie sind; aber er wolle jetzt nicht schlecht über ihn reden. Tom sei erfolgreich, erfolgreicher als er selbst; aber er, Hamada, schaue nur auf sich selbst, er sei ja nicht Tarek Omar.

Überhaupt Tarek. Der Wandel zum tauchenden Scheich? Die Erleuchtung? Hamada lächelt spöttisch. Tarek tauche nicht mehr viel, sagt er und macht eine Pause, in der er einen erwartungsvoll anblickt und auf das Warum wartet, und man fragt sich, was Tarek ihm getan hat, dass er jetzt preisgibt, was er ein Geheimnis nennt.
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Textauszüge. Den gesamten Beitrag lesen Sie in mare No. 90.