Rasenfußballfans erinnern sich lebhaft an den Mann, der zeitweise im Dienst des FC Bayern eigentlich immer dasselbe machte: Arjen Robben dribbelte auf dem rechten Flügel, zog abrupt nach innen, schlenzte den Ball ins lange Eck – und Tor. Die Rostocker Robben aber sind nicht nach Arjen benannt. Sie ließen sich von der Fauna der Ostsee inspirieren. Und anders als der FC Bayern setzten sie vor allem auf Talente aus der eigenen Region.
Trainiert wird im Seebad Warnemünde, am Strand. Im Sommer läuft dabei meist Musik, von „Vamos a la playa“ bis AC/DC. „Strandfußball ist ein total geiler Sport“, schwärmt Phil, der Mittelstürmer, den alle Skeiper nennen. Er freue sich den ganzen Tag darauf. „Abends Training am Meer und zum Abschluss nackig ins Wasser springen!“ Fegt nicht gerade Schnee über die Dünen, trainieren die Robben ab Februar unter freiem Himmel.
An einem frostigen Samstagmorgen joggen acht Spieler im Sand. Viele haben Trainingsjacken mit dem Teamlogo an: blaue Robbe auf weißem Grund. Immer wieder beschleunigen sie plötzlich das Tempo, als müssten sie Gegenspieler abschütteln. „Hätt’ mich heut lieber aufn Balkon gelegt“, keucht Krischi, 41, der Routinier im Team. In diesem Jahr wollen die Robben den Meistertitel wieder nach Rostock holen.
Bei jedem Wetter ist der Sand anders: mal fein wie Puderzucker, mal grobkörnig wie Grieß, oder er fühlt sich wie feuchtkalter Schnee an. Heute tragen fast alle Neoprensocken, ohne ist der Frost kaum zu ertragen. Nur ein Offensivspieler mit stämmigen Waden trainiert eiskalt mit bloßen Füßen. „Besseres Ballgefühl“, sagt er. Spielertrainer Jannes, 21, teilt die Jungs in Zweiergruppen ein: Sie sollen den Ball mit den Zehenspitzen hochnehmen und zum Mitspieler passen. Der nimmt ihn direkt aus der Luft an und spielt zurück, ohne dass der Ball den Sand berührt. Bodenkontakt würde ihn unnötig abbremsen, sagt Jannes. Bei einem Gegenstoß kann das wichtige Sekundenbruchteile kosten. Rund um den Trainingsplatz hängen hohe Fangnetze, damit die Kugel nicht ständig in die Dünen fliegt.
Jedes Kind weiß: Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. Beim Beachsoccer aber dauert ein Match dreimal zwölf Minuten. Die Teams bestehen aus vier Feldspielern und einem Torwart. Elfmeter werden aus neun Meter Entfernung getreten. Das Feld ist wenig größer als beim Handball, die Tore aber sind fünfeinhalb Meter breit. Kein Wunder also, dass noch nie eine Partie 0:0 endete. Die Konkurrenz in der Bundesliga ist stark: Die Düsseldorfer Beach Royals – „Die haben zwar kein Meer, trainieren aber immerhin an einem See“, weiß Jannes – oder die Bavaria Beach Bazis aus München. Real Münster hat eine extrem gute Mannschaft, auch die Berliner von Hertha BSC spielen auf hohem Niveau. Trotzdem rechnet sich der Rekordmeister aus Rostock Titelchancen aus.
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Autor Till Hein spielt selbst gern Fußball, mangels Strand in Berlin meist auf Stoppelrasen oder Beton.
Fotograf Florian Manz hat mit Fußball nichts am Hut, macht aber mit großer Freude Bilder davon, weil in dem Sport so viele Emotionen stecken.
| Lieferstatus | Lieferbar |
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| Vita | Autor Till Hein spielt selbst gern Fußball, mangels Strand in Berlin meist auf Stoppelrasen oder Beton. Fotograf Florian Manz hat mit Fußball nichts am Hut, macht aber mit großer Freude Bilder davon, weil in dem Sport so viele Emotionen stecken. |
| Person | Von Till Hein und Florian Manz |
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| Vita | Autor Till Hein spielt selbst gern Fußball, mangels Strand in Berlin meist auf Stoppelrasen oder Beton. Fotograf Florian Manz hat mit Fußball nichts am Hut, macht aber mit großer Freude Bilder davon, weil in dem Sport so viele Emotionen stecken. |
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