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Geologie
Neue Insel im Roten Meer

Vor der Südwestküste des Jemen hat ein Vulkan eine neue Insel ausgespuckt. Nasa-Satellitenaufnahmen zeigen ein etwa 600 mal 800 Meter großes Stück Land im Roten Meer, aus dem eine dicke graue Wolke herausschießt, ein Gemisch aus Vulkanasche und Wasserdampf. Fischer hatten im Dezember von einem Erdbeben berichtet und Lavafontänen im Meer beobachtet. Inzwischen hat sich laut Nasa der Rauch verzogen, der Blick vom All sei frei. „Vulkanaktivität ist in dieser Region nicht selten“, sagt Bernd
Zimanowski, Professor am vulkanologischen Labor der Universität Würzburg. Das Rote Meer gehöre zu den geologisch aktivsten Gebieten der Erde. Arabien und Afrika driften jeden Monat etwa einen Millimeter weiter auseinander. Richtung Süden bricht entlang eines 6000 Kilometer langen Risses Afrika in zwei Teile, ein neuer Ozean entsteht. Der Zubair-Archipel, zu dem die neue Insel gehört, liegt mitten im sensiblen Gebiet. Alle zehn Inseln des Archipels sind Schlote eines Unterwasserschildvulkans, der nach Angaben des Smithsonian Global Volcanism Program das letzte Mal 1824 eruptierte. Weltweit spielen sich 80 Prozent aller Vulkanausbrüche unter Wasser ab. Doch die Wissenschaft weiß nicht viel darüber. „Unklar ist etwa, ob große Ausbrüche unter Wasser Einfluss auf Meeresströmungen und Klima haben können“, so Zimanowski. Auch ist ungewiss, ob die neue Insel vor Jemen bestehen bleibt. Die Chancen stehen wohl ganz gut, schließlich hält sich das Lavagestein der Nachbarinseln seit Jahrtausenden. Die jemenitischen Behörden können sich also auf Namenssuche begeben. muk

Tourismus
Ärger um Motel am Meer

In St. Peter-Ording sorgen die Pläne für Deutschlands erstes Strandmotel an der Nordsee für Widerstand. Der Hotelier Jens Sroka will direkt am Strandübergang im Ortsteil Ording für elf Millionen Euro ein Motel mit 104 Zimmern bauen. „Das Beach Motel soll vor allem Wind- und Kitesurfer ansprechen“, sagt Sroka, der bereits zwei Hotels in St. Peter-Ording führt. „Wir wollen ein lässiges, unkompliziertes Lebensgefühl vermitteln.“ Das Designmotel mit eigener Ladenzeile, Privatkino und Wellnessbereich erstreckt sich über drei Gebäude und erinnert mit seinen Außentreppen an die typisch weißen Holzhäuser der US-Ostküste. Die Bauarbeiten haben im Winter begonnen. Sroka will Ende dieses Jahres eröffnen. Anwohner sorgen sich um den Charme des Seebads und haben mehr als 15 Einwendungen bei der Gemeinde eingereicht. Direkte Nachbarn fürchten eine zu enge Bebauung. Für das Motel musste der „Ordinger Hof“ weichen, ein rund 100 Jahre altes Hotel mit 19 Zimmern. „Wir brauchen diese großen
Hotelneubauten nicht in St. Peter-Ording“, sagt Kritikerin Renate Zarnekow, die mehrere Ferienwohnungen in Ording vermietet. Hotelier Sroka gibt sich versöhnlich: Er könne die Bedenken nachvollziehen, sehe das Motel aber vor allem als Bereicherung für den Ort. Der Unternehmer rechnet zudem mit 40 neuen Arbeitsplätzen. Auch die Behörden halten die Kritik für übertrieben. Der Ortsteil Ording, so Bürgermeister Rainer Balsmeier, solle „mehr Anlaufstellen für die Öffentlichkeit erhalten“, um attraktiver für Gäste zu werden. muk


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mare No. 91

No. 91April / Mai 2012

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