Umwelt
Strahlende Ladung auf See
Umweltschützer und Bürger haben Ende September in Nordenham gegen einen Atomtransport per Schiff protestiert. Der Frachter „Atlantic Osprey“ hatte zwei Speziallastwagen mit sogenannten MOX-Brennstäben aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield geladen. Derartige Brennelemente enthalten
ein Mischoxid (MOX) aus Uran und Plutonium. Es ist besonders gefährlich, weil bereits kleinste Mengen Plutonium Krebs auslösen können. Auf der Weser empfingen das Schiff zwölf Greenpeace-Schlauchboote und ein kleines Flugboot. Speziallastwagen brachten die Brennstäbe anschließend zum E.on-Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln. Zum ersten Mal seit den 1980er Jahren hat damit ein Frachter wieder plutoniumhaltiges Material aus Sellafield in einen deutschen Hafen gebracht. In den vergangenen Jahren hat das Bundesamt für Strahlenschutz mehr als ein Dutzend Seetransporte mit radioaktivem Material genehmigt. Atomkraftgegner kritisieren die Fahrt auf üblichen Handelsschiffen. „Solche gefährlichen Stoffe sollten außerdem nur transportiert werden, wenn man weiß, wo das Material endgültig lagern soll“, sagt Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer. „Es gibt aber in Deutschland immer noch kein Endlager für hoch radioaktive Abfälle.“ Im Herbst ist ein weiterer Seetransport von MOX-Brennelementen aus dem berüchtigten Sellafield nach Deutschland geplant. Infolge der Nuklearkatastrophe in Fukushima gab die britische Regierung letztes Jahr bekannt, die MOX-Herstellung dort langfristig einzustellen. muk
Politik
Karibischer Pass gegen Geld
Investoren eines geplanten Luxushotels auf der Karibikinsel St. Kitts and Nevis können mit ihrer Anlage zugleich die Staatsbürgerschaft des kleinen Inselstaats erwerben. Dafür müssen sie mindestens 400 000 US-Dollar in das „Park Hyatt St. Kitts“ investieren, das 2015 auf der Insel eröffnen soll. Wer Bürger des kleinen Commonwealth-Staates ist, genießt Visafreiheit in rund 140 Staaten. Das Angebot richtet sich offenbar gezielt an Wohlhabende, die schwerlich in die USA oder nach Europa einreisen können. Für eine vierköpfige Familie summieren sich die Kosten inklusive Gebühren auf rund 564 500 US-Dollar. Gezielt wirbt der Projektentwickler Range Development aus Dubai um Interessenten in Pakistan und Russland. Auf der Homepage heißt es, dass die doppelte Staatsbürgerschaft problemlos möglich sei. Ein Bewerbungsgespräch ist nicht erforderlich. Die Regierung betont, dass das Programm „Staatsbürgerschaft durch Investition“ eines der ältesten und anerkanntesten Staatsbürgerschaftsprogramme der Welt sei. Das Auswärtige Amt verfolgt das Angebot mit Skepsis. „Die Praxis in manchen Staaten, Ausländern bei Investitionen ab einer bestimmten Höhe den raschen Erwerb der Staatsangehörigkeit in Aussicht zu stellen, wird durchaus kritisch gesehen“, sagt eine Sprecherin. Bei Verdacht auf Missbrauch müsse sogar über die Wiedereinführung einer Visapflicht für Bürger aus St. Kitts gesprochen werden. muk
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