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Kultur

Kunst unterm Meeresspiegel

Eine Vernissage mit Champagnergläsern und Damen in Cocktailkleidern wird es für die Ausstellung „The Sinking World“ nicht geben. Denn die Aufnahmen des österreichischen Fotografen Andreas Franke hängen rund 20 Meter unter dem Meeresspiegel, im Wrack der USS „Mohawk“. Vor einem Jahr wurde das Schiff etwa 45 Kilometer vor Sanibel Island in Florida als künstliches Riff versenkt und zieht seitdem zahlreiche Taucher an. Franke, Werbefotograf und passionierter Taucher, hatte selbst im Wrack fotografiert und anschließend die Idee, die Bilder wieder an den Ort ihrer Entstehung zurückzubringen. „Mit den Aufnahmen versunkener Schiffe möchte ich die Betrachter in eine unwirkliche und fremde Welt ziehen, fern der oberflächlichen und grellen Werbeanzeigen“, sagt Franke. Für „The Sinking World“ überlagerte er Bilder der „Mohawk“ mit Studiobildern von Kindern und Menschen in nostalgischer Kleidung – beim Balletttanzen, Reiten oder Wäscheaufhängen. Taucher hängten die zwölf Fotos, ummantelt im Stahlrahmen und unter Acrylglas, mit starken Magneten an die Schiffswände. Jedes Bild misst etwa 70 Zentimeter mal ein Meter. Im Herbst 2012 hatte Franke bereits in der versenkten USS „Vandenberg“ vor Key West ausgestellt und viele Besucher erreicht. „100 bis 200 Taucher kommen locker am Tag vorbei – in normalen Galerien tut man sich schwer, das hinzubekommen“, so der Künstler damals. „The Sinking World“ ist noch bis zum 15. September 2013 unter Wasser zu sehen und anschließend vom 4. bis 26. Oktober in der Galerie Lee County Alliance for the Arts in Fort Myers. mz


Leben

Spielzeug aus Badesandalen

Eine ungewöhnliche Geschäftsidee aus Kenia zeigt erste Erfolge. Die Firma Ocean Sole sammelt an Stränden zurückgelassene oder vom Meer angespülte Badesandalen auf und verarbeitet diese weiter zu Spielzeug. So entstehen beispielsweise Tier- und Schachfiguren, aber auch Weihnachtsschmuck und Bilderrahmen. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 150 000 US-Dollar, soll sich dieses Jahr aber bereits verdreifachen. Nach eigenen Angaben hat die Firma seit ihrer Gründung im Jahr 2005 schon 200 Tonnen Flipflops verarbeitet. Etwa 45 Mitarbeiter stellen 100 verschiedene Produkte her. Zu den Abnehmern gehören inzwischen auch Kunden aus Europa und den USA. Die Idee, aus Plastikmüll etwas Kunstvolles herzustellen, hatte die gebürtige Kenianerin und Meeresbiologin Julie Church schon in den 1990er Jahren. Sie hielt sich damals auf Kiwayu auf, einer abgelegenen Insel zwischen Kenia und Somalia, und beobachtete, wie Kinder mit Plastikmüll spielten und aus Flipflops Spielzeugboote bastelten. Was zunächst als Umweltprojekt begann – Church leitete damals ein Naturschutzprogramm und wurde vom Schweizer World Wide Fund for Nature unterstützt –, ist mittlerweile ein Geschäft geworden. Frauen aus den Dörfern sammeln die gestrandeten Plastiksandalen ein, die dann in eine Werkstatt nach Nairobi gebracht werden. Dort werden die Flipflops, von denen viele im Lauf ihres Gebrauchs mehrfach repariert wurden, gereinigt. Anschließend beschneiden Handwerker die Ränder der Sohlen und kleben sie zu einem Block aus mehreren Dutzend Flipflops zusammen. Schließlich schnitzen sie daraus die bunten Elefanten, Löwen, Zebras und Warzenschweine. Ein lebensgroßer Minkwal sowie eine sechs Meter große Giraffe aus Plastikflaschen wurden auf einem Umwelttag in Mombasa und auf der Fashion Show in Rom aufgestellt. „30 Kenia-Schilling bekommen die Treibgutsammlerinnen für ein Kilogramm Flipflops“, erzählt Rosy Walsh, Öffentlichkeitsarbeiterin bei Ocean Sole, das sind umgerechnet 26 Euro-Cent. Die Firma hat einen Laden in Nairobi und vertreibt ihre Produkte weltweit, in Deutschland über www.afrieco-designs.de. ls


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mare No. 99

No. 99August / September 2013

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