Meeresbiologie
Walforschung mit Drohne
In der Walforschung sollen künftig Drohnen zum Einsatz kommen. Die US-Umweltschutzorganisation Ocean Alliance hat zu diesem Zweck vor der Küste Argentiniens ein durch Crowdfunding finanziertes Fluggerät mit dem Namen SnotBot erprobt. „Jetzt sind wir hier und fliegen kleine Drohnen über Wale – heute habe ich insgesamt 13 Flüge gemacht“, schrieb Iain Kerr von Ocean Alliance am 28. September im Internet. Das Prinzip:
Die Drohne fängt, einige Meter über dem Wal schwebend, einen Teil der feuchten Atemluft auf. So können die Forscher Daten über den Gesundheitszustand der Tiere sammeln, ohne sie zu stören oder zu verletzten. Getestet werden zurzeit auch die Behältnisse, mit denen die Proben eingesammelt werden können. Auf klassische Forschungsmethoden setzen derweil die Kollegen vom WWF: Im vergangenen April statteten WWF-Mitarbeiter vor der Küste Chiles sieben Blauwale mit Sendern aus. Auf diese Weise sollen die Aufenthaltsorte und Migrationsrouten der Meeresriesen erforscht werden. Dieses Wissen ist nützlich, um entsprechende Schutzgebiete einrichten zu können. „Schiffsverkehr sowie der von Menschen verursachte Unterwasserlärm können die Blauwale empfindlich stören“, sagt WWF-Meeresschutzexperte Tim Packeiser. Die Forscher hoffen auch, der Lösung eines Rätsels näher zu kommen. Packeiser: „Es ist bis heute nicht bekannt, wo die Blauwale ihren Nachwuchs bekommen.“ Mehr Informationen über das WWF-Blauwalprojekt unter www.wwf.de/hoffnung-fuer-blauwale. mvl
Naturschutz
Biotopkarte der Ostsee
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) haben erstmals eine Karte erarbeitet, die für die deutsche Ostsee und die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone vollständig die verschiedenen Unterwasserbiotope beschreibt. Insgesamt unterscheiden die Wissenschaftler 68 Biotope. Vor Rügen etwa befindet sich ein Areal, in dem die Baltische Plattmuschel dominiert, vor Fehmarn ist es die Islandmuschel. Ein Fünftel der Flächen haben die Wissenschaftler um Meeresbiologin Kerstin Schiele als besonders schützenswert klassifiziert, weil die Pflanzen- und Tierwelt dort gefährdet oder extrem selten ist. Die Biotopkarte sei vor allem für den Naturschutz interessant, aber auch für die allgemeine Meeresraumplanung und für die Forschung, erklärt Schiele. „Bisher wurde ohne vergleichbare Informationen über die Verbreitung von Biotopen geplant – was aus naturschutzfachlicher Sicht nicht zu begrüßen ist.“ Den Auftrag zur Karte gab das Bundesamt für Naturschutz. Für die Erstellung wertete das Team mehrere tausend Bodenproben aus, die in den Jahren 1999 bis 2014 genommen wurden. Bestimmt wurden Häufigkeit und Biomasse sogenannter Makrozoobenthosarten – vor allem Muscheln, Schnecken, Kleinkrebse und Würmer –, die als Charakterarten für bestimmte Biotoptypen gelten. Im zweiten Schritt trugen die Forscher Daten zu chemisch-physikalischen Umweltparametern zusammen, etwa zu Wassertiefe, Strömung, Salzgehalt und Sauerstoffzehrung. „Es erfolgte keine Kartierung im eigentlichen Sinn, bei der die Biotopgrenzen durch Beprobung ermittelt werden“, erläutert Schiele. „Die dargestellten scharfen Grenzen sind vielmehr Ergebnisse der Modellierung.“ Wegen der nur groben Darstellung – harte Böden etwa stellt die Karte nicht dar – kommen Planer von Offshorewindparks oder Häfen nicht um eine eigene Kartierung und die Entnahme von Bodenproben herum. Die neue Karte bietet ihnen aber eine erste Orientierung. muk
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