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Kunst

Kultgarten bleibt erhalten

Der Garten des britischen Filmemachers und Künstlers Derek Jarman an der Küste von Kent bleibt für Besucher zugänglich. Das hat der britische Art Fund bekannt gegeben. Nach dem Tod von Jarmans Lebensgefährten standen der berühmte Garten (mare No. 76) und das kleine schwarze Holzhaus, eine ehemalige Fischerhütte, mit den gelben Fensterrahmen zum Verkauf. Die Gefahr bestand, dass Jarmans künstlerisches Erbe an einen unzuverlässigen privaten Käufer gelangt. Doch dank Spenden von umgerechnet vier Millionen Euro kann der Art Fund den von vielen Fans bewunderten Garten in Dungeness nun kaufen. Das Geld kam in nur zehn Wochen zusammen. „Wir sind dankbar für nicht weniger als 8119 Einzelspenden“, sagt Stephen Deuchar, bis vor Kurzem Leiter des Art Fund. „Derek Jarmans letzte Lebensjahre in dem Cottage, sein Optimismus in dieser Zeit, seine Kreativität und seine Stärke im Kampf gegen die HIV-Infektion inspirieren uns bis heute.“ Seit 1986 hatte Jarman das karge Grundstück mit Blick auf ein Atomkraftwerk gestaltet: mit Pflanzen und Fundstücken wie Treibholz, Feuersteinen und Metallgegenständen. Endgültig berühmt wurde der Garten mit dem gleichnamigen Film „The Garden“ (1990). Die britische Schauspielerin Tilda Swinton, die in dem Film mitspielt, hatte die Spendenkampagne unterstützt. Swinton: „Derek hat dieses kleine Haus auf Kies zu einem einzigartigen und magischen Ort gemacht.“ mz


Medizin

Schwämme gegen Corona?

Weltweit wird fieberhaft an Mitteln gegen das neuartige Coronavirus geforscht. Freiberger Wissenschaftler sind möglicherweise im Meer fündig geworden: Der Hornkieselschwamm Aplysina aerophoba produziert eine natürliche antivirale und antibakterielle Substanz. Sie könnte den Grundstoff für Medikamente liefern, die Covid-19-Erreger vernichten. In der Natur funktioniert es so: Wird der Schwamm verletzt, kommt es an den betroffenen Stellen zu einer chemischen Reaktion. Das Produkt, das Aminosäurederivat Bromtyrosin, vernichtet Eindringlinge und tötet Viren und Bakterien, Pilze und sogar größere Parasiten. „Unsere Experimente haben gezeigt, dass der Wirkstoff die Eiweißsynthese und damit die Vermehrung von RNA-Viren hemmt, zu denen auch das Coronavirus Sars-CoV-2 gehört“, so Hermann Ehrlich, Professor an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Zusätzlich werde auch der Zutritt in die Wirtszelle verwehrt. „Es ist uns gelungen, diese bioaktiven Substanzen in einer rein kristallinen Form in solchen Mengen – das heißt deutlich mehr als zehn Gramm – zu isolieren, dass diese für sofortige klinische Untersuchungen gegen den Covid-19-Erreger zur Verfügung stehen“, erklärt Ehrlich. Für die Gewinnung der wertvollen Bromtyrosine haben die Forscher um Ehrlich eine neue Methode angewandt. „Wir nutzen dafür Mikrowellenstrahlung, mithilfe derer die Bromtyrosine aus den Zellen und den Skelettfasern der Schwämme isoliert und extrahiert werden können.“ Dies sei die schonendste Variante für den Schwamm. Er erhole sich von dem Eingriff wieder vollständig. Bei den Experimenten konnten auch keine zytotoxischen Effekte auf menschliches Gewebe beobachtet werden. Zellschädigungen als Nebenwirkungen sind somit ausgeschlossen. Der Marktwert für ein Milligramm Bromtyrosine liegt bei einigen hundert Euro. Interesse gibt es bereits aus China. Die chemische Abwehrstrategie entwickelte die Schwammart im Lauf der Evolution. Seit über 500 Millionen Jahren wächst Aplysina aerophoba – oder der Goldene Zapfenschwamm, wie er wegen seiner Farbe auch genannt wird – in den flachen Küstengebieten warmer Meere. Die größten Vorkommen dieser Art gibt es heute im Mittelmeer, insbesondere vor Montenegro, Kroatien und Albanien. Seit 2014 betreuen die Freiberger Forscher gemeinsam mit montenegrinischen Kollegen eine Schwammzuchtanlage in der Adriastadt
Kotor. jsc

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mare No. 140

mare No. 140Juni / Juli 2020

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