Neuigkeiten aus der Welt der Meere

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Technik

Fluggerät ahmt Quallen nach

Forscher der New York University haben ein Fluggerät entwickelt, das die Schwimmbewegungen von Quallen imitiert. Das nur wenige Zentimeter große und federleichte Gerät besteht aus vier Schwingen, die kreisförmig angeordnet sind. Mithilfe eines Minimotors öffnen und schließen sich die Schwingen. Dadurch steigt die Konstruktion auf und fliegt durch die Luft. Das Besondere: Durch die aerodynamische Struktur richtet sich das Fluggerät von selbst wieder auf und kann wie ein Helikopter auch auf der Stelle fliegen. „Als wir einige Prototypen gebaut hatten, ist uns aufgefallen, dass wir gerade eine Qualle neu erfinden – wenn auch eher als Flieger denn als Schwimmer“, sagt der Mathematiker Leif Ristroph. Die Konstruktion könnte unter anderem für Aufklärungsflüge in schwer zugänglichem Terrain oder als fliegende Luftkontroll- und Messstation eingesetzt werden – oder einfach ein originelles Spielzeug sein. Die Bewegungen von Quallen ahmt auch AirJelly nach, ein Flugkörper des Unternehmens Festo aus Esslingen. Der Automatisierungsspezialist, der eigentlich Industrieroboter entwickelt, hatte bereits vor einigen Jahren den Heliumballon mit Akkuantrieb vorgestellt, der mithilfe sich zusammenziehender Tentakel in der Luft auf- und absteigen kann. Heute touren zwei AirJellys zur Anschauung um die Welt. Die Natur sei gerade beim Thema Effizienz ein Vorbild, sagt eine Festo-Sprecherin. Es gibt mittlerweile eine Weiterentwicklung der AirJellys: Als AquaJellys mit acht Tentakeln können sie nun auch schwimmen und sich selbstständig so steuern, dass die einzelnen Schwimmkörper nicht aneinanderstoßen. Auch sie könnten eines Tages etwa im Meer für die Messung der Wasserqualität eingesetzt werden. muk


Wirtschaft

Tokios Fischmarkt zieht um

Der weltgrößte Fischmarkt in Japans Hauptstadt Tokio soll umziehen – wegen mangelndem Platz und veralteten Hygienestandards. Nach Einschätzung von Hiroyasu Itoh, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Fischgroßhändler, entspricht der 80 Jahre alte Standort Tsukiji nicht mehr den aktuellen Anforderungen. „Das Gelände ist sehr klein und überfüllt“, sagt Itoh. Tiefgekühlter Fisch könne nur schwer mit Lkws angeliefert und hygienisch gelagert werden, zudem sei das Gebäude nicht erdbebensicher. Der Tsukiji-Großmarkt, bekannt für seine Thunfischauktionen, auf denen regelmäßig Höchstpreise erzielt werden, ist das ökonomische Herz Tokios. Allein die Umsätze auf dem Fischmarkt und in den Tausenden Restaurants im Umkreis summieren sich laut „New York Times“ auf umgerechnet rund 14 Milliarden Euro im Jahr. Wegen des trubeligen Marktgeschehens ist er eine Touristenattraktion. Der neue, einige Kilometer entfernte Standort in Toyosu ist mit einer Fläche von 40 Hektar fast doppelt so groß wie das bisherige Gelände. Die neuen Hallen sollen moderne Kühlanlagen bieten und besser logistisch angeschlossen sein. „Wir erwarten, dass die Handelsvolumina am neuen Standort wachsen werden“, sagt Itoh. Der Umzug gibt der Stadtregierung zudem die Chance, die Innenstadt durch neue Bauflächen für die Olympischen Spiele 2020 aufzuwerten. Allerdings ist der Umzug nicht nur wegen seiner Kosten von rund drei Milliarden Euro umstritten. Das neue Areal liegt auf dem Gelände einer ehemaligen Gaskonversionsanlage und muss aufwendig von toxischen Rückständen gereinigt werden. Zudem befürchten Händler und Gewerkschafter, dass die Stadt eine bedeutende touristische Attraktion verliert. „Tsukiji ist das Herz der weltweiten Sushikultur“, zitiert die „New York Times“ Kazuki Kosaka, einen Umzugsgegner, „jetzt wird es einfach in Appartementhäuser verwandelt.“ Trotz Protesten hält die Stadtregierung am Zeitplan fest. Bis 2016 soll der Markt umgesiedelt sein. Touristen dürfen auch am neuen Standort die Fischauktionen beobachten. Zurzeit gewährt die Stadt täglich 140 Touristen Zugang zur legendären Thunfischauktion. muk

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mare No. 103

No. 103April / Mai 2014

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