Kultur
„Zauberflöte“ am Strand
Es war eine Opernaufführung der besonderen Art: An einem der schönsten Strände Australiens wurde erstmals der Mozart-Klassiker „Die Zauberflöte“ gezeigt. Tausende Besucher begaben sich zum Greenmount Beach in Coolangatta südlich von Brisbane, der sich an drei Maiabenden in ein buntes Theaterspektakel verwandelt hatte. Als Kulisse diente eine gigantische Sandburg von fast zehn Meter Höhe. Die erste australische Großinszenierung einer Oper am Strand war leger organisiert: Die Zuschauer saßen im Sand, Kinder konnten Sandburgen bauen. „Mit dieser Kulisse bringt man die Musik auch zu denen, die sich sonst vielleicht eher nicht in die Oper gewagt hätten“, sagt Adriana Fischer vom Tourismusbüro der Provinz Queensland in Deutschland. Gerade die „Zauberflöte“ sei wegen ihrer märchenhaften Motive perfekt für ein jüngeres Publikum. Das SydneyOpera House kooperierte bei der Inszenierung mit dem Bleach Festival, einem jungen Kunst- und Musikfestival an der Goldküste, das jedes Jahr die Surfkultur der Region feiert. Der australische Regisseur Michael Gow inszenierte die „Zauberflöte“ in einem ägyptischen Umfeld. Er habe an die Entdeckung des Pharaonengrabs von Tutanchamun gedacht und an die großen Filme, die später erschienen, so Gow im australischen „Opera Blog“. muk
Ozeanografie
Schwarze Löcher im Meer
Schwarze Löcher zählen zu den spektakulärsten Objekten im Kosmos. Aus diesen Gravitationswirbeln gibt es kein Entrinnen. Nun berichten zwei Forscher im Fachblatt „Journal of Fluid Mechanics“ von einem erstaunlichen Phänomen in den Ozeanen der Erde: Demnach verhalten sich Meereswirbel mathematisch vergleichbar wie Schwarze Löcher. „Eine Barriere aus kreisendem Wasser grenzt große Wasserwirbel so scharf von ihrer Umgebung ab, dass sie wie ein Schwarzes Loch wirken“, sagt George Haller, Mathematiker an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und Autor der Studie. „Aus dieser kohärenten Wassersphäre kann ebenfalls nichts entkommen.“ Zwar kennt man schon lange Meereswirbel, die über 150 Kilometer Durchmesser erreichen können. Aber erst jetzt gelang es mit einer neuen Methode, ihre chaotische Wirkung zu modellieren. Dabei zeigten sich laut Haller und Koautor Francisco Beron-Vera von der University of Miami am Rand der theoretischen Wirbel in sich geschlossene Bahnen der Wasserpartikel. Diese Barriereschicht verhindert das Entkommen – teilweise über ein Jahr lang. Das gilt für Kleinstlebewesen wie Plankton ebenso wie für Plastikmüll oder Öl. Die neue Methode könnte helfen, Ausbreitungsmuster von Müll oder einer Ölpest genauer zu berechnen. jsc
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