Neuigkeiten aus der Welt der Meere

Von A wie Architektur bis Z wie Zoologie

Wirtschaft

Skateboard aus Fischernetzen

Sie gehen über Bord und werden zur tödlichen Falle für Fische, Säugetiere und Vögel. Nun hat ein chilenisches Start-up-Unternehmen Verwendung für herrenlos im Meer treibende Fischernetze gefunden: Es stellt daraus Skateboards her. Hinter der Geschäftsidee stecken zwei junge Amerikaner, Ben Kneppers und David Stover, die sich beim Surfen immer öfter in solchen Netzen verheddert hatten. Aus dem Wunsch, etwas verändern zu wollen, entstand der Plan, die Netze für den Bau von Rollbrettern zu nutzen. Seit Kurzem sind die „ersten Boards aus dem Meer“, wie die Männer sagen, auf dem Markt. Für Chile als Sitz ihrer Firma Bureo-Skateboards entschieden sich die US-Gründer, weil sie dort in ein Förderprogramm aufgenommen wurden. Auf den Weltmeeren sind sogenannte Geisternetze zunehmend ein Problem. Durchschnittlich sechs Monate bleibt ein Plastiknetz heil. Doch statt es auf einer Müllkippe zu entsorgen, werfen viele Fischer ihre Netze über Bord. Darin verfangen sich Fische und andere Lebewesen und verenden. Geisternetze machen weltweit ein Zehntel des maritimen Mülls aus, etwa 640 000 Tonnen. Die Macher von Bureo Skateboards brauchen neun Quadratmeter Netz, um ein Rollbrett zu bauen. Von Sammelstationen an chilenischen Küstenorten wird die Fracht nach Santiago gebracht, in die Bureo-Recyclingfabrik. Die Netze werden dort gereinigt, eingeschmolzen und in winzige Pellets zerhackt. „Dies ist das sogenannte Skateboardsperma“, erklärt Mitgründer Kevin Ahearn. „Wir schmelzen die Pellets erneut und injizieren die Masse in eine Art Waffeleisen. Heraus kommt das Brett.“ Die Boards werden nach Kalifornien verschifft, wo eine US-Partnerfirma Achsen, Rollen und Kugellager anbringt. Zwischen 135 und 200 Dollar kosten die Bretter, je nach Ausstattung. Sie sind der Form eines Fisches nachempfunden. Auch der Firmenname erinnert an das Meer: Bureo bedeutet in der Sprache der einheimischen Mapuche „Welle“. jsc


Kulinarik

Kaviar fürs Volk

Es ist eine ungewöhnliche Geschäftsidee: Das kalifornische Unternehmen Beverly Hills Caviar hat in Los Angeles Kaviarautomaten aufgestellt. Die ersten drei Geräte stehen nun in verschiedenen Einkaufszentren der Stadt. Die Maschinen bieten mehr als zwei Dutzend verschiedene Sorten und Dosengrößen an. „Wir richten uns an Feinschmecker, Touristen, Hotels und jeden Kaviarliebhaber, der ihn sofort braucht“, so Firmengründer Brian Scheiner. Die Preise variieren je nach Sorte zwischen 25 Dollar für eine kleine 25-Gramm-Dose bis zu 2000 Dollar für 400 Gramm Beluga-Kaviar – „ein Geschenk für wichtige Individuen, die sich nicht leicht beeindrucken lassen“, wie das Unternehmen auf seiner Internetseite wirbt. Nach eigenen Angaben verkauft das Unternehmen täglich etwa ein Dutzend Dosen. Der klassische Käufer sei zwischen 30 und 50 Jahre alt. Die größte Herausforderung sei die Kühlung des Automaten. Mehr als zwei Jahre habe man damit verbracht, diese zu optimieren, so Scheiner. Inzwischen ließen sich die Automaten per App auf dem Smartphone kontrollieren. Beverly Hills Caviar ist nicht der erste Anbieter dieser Art. Vor drei Jahren stattete bereits eine russische Firma Moskau mit mehreren Dutzend Kaviarautomaten aus. muk

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 106. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 106

No. 106Oktober / November 2014

Aus der Redaktion

Mehr Informationen
Vita Aus der Redaktion
Vita Aus der Redaktion
Suchmaschine unterstützt von ElasticSuite