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Leben

Kampf um Nebelstation

Das Ostseebad Wustrow in Mecklenburg-Vorpommern kämpft um den Erhalt seines Wahrzeichens. Nach über 100 Jahren soll die dortige Nebelstation abgerissen werden. Laut dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Stralsund gefährdet der Standort am Deichfuß den Küstenschutz. Jahrzehntelang diente die Nebelstation den Schiffen sowohl in der Ostsee als auch im Bodden als Orientierungspunkt. Im April 2014 wurde die Station stillgelegt, das Leuchtfeuer zog um auf einen Mast auf der Wustrower Seebrücke. Nun will ein Förderverein das Bauwerk retten. Der Verein verweist auf eine Studie, wonach das Gebäude stehen bleiben könnte, wenn es durch zusätzliche Wälle geschützt würde. Ende Dezember gewährte die Behörde einen Aufschub für den Abriss. Der Verein hat jetzt die Möglichkeit, ein Renovierungs- und Nutzungskonzept zu erstellen – und Geld einzusammeln. „Die Nebelstation als einzigartiges maritimes Wahrzeichen an der deutschen Ostseeküste darf nicht verschwinden. Gäste und Anwohner sollen wieder auf den Turm steigen können“, sagt Daniel Schimmelpfennig, Vorsitzender des Fördervereins. Zunächst muss der Turm gegen Sturmfluten gesichert werden. Die geschätzten Kosten dafür belaufen sich auf 370 000 Euro. Die Gebäudesanierung würde vermutlich noch einmal so viel kosten und soll nach dem Willen des Vereins bereits im kommenden Jahr beginnen. Die Station wurde ab 1910 als reine Nebelsignalstation errichtet, weil Schiffsunfälle vor der Küste Wustrows zugenommen hatten. Später kam das Leuchtfeuer dazu. „Das Leuchtfeuer wird bis heute gebraucht, weil die angrenzenden Leuchttürme Warnemünde und Darßer Ort die Küste nicht vollständig ausleuchten“, erklärt Schimmelpfennig. Seit Dezember wurden rund 3500 Euro an Spendengeldern gesammelt. Spenden an folgendes Konto: Förderverein Nebelstation Wustrow e.V., IBAN: DE52150505000102043043, Sparkasse Vorpommern. mz


Freizeit

Rotterdams perfekte Welle

Im Zentrum der niederländischen Metropole Rotterdam eröffnet im Sommer ein riesiger Open-Air-Wassersportpark, das „Rif 010“. Dazu wird die Steigersgracht, eine der zentralen Grachten Rotterdams, in ein 125 Meter langes und 27 Meter breites Multifunktionsbecken umgebaut. Wichtigste Attraktion ist eine künstliche Welle, die das Wellenreiten in der Stadt ermöglicht. Alle siebeneinhalb Sekunden soll sich in dem von einer Spezialfirma entworfenen Wellenbecken eine anderthalb Meter hohe surfbare Welle formen. Am Einlauf des Beckens wird eine Kläranlage das recht trübe Wasser der Steigersgracht reinigen. Denn die Planer des „Rif  010“ wollen mit einem künstlichen Riff auch Taucher und Schnorchler locken. Auch zum Kajakfahren und Wildwasserrafting kann die umgebaute Gracht genutzt werden. Wer es ruhiger angehen möchte, schaut von einem künstlichen Strand oder der Terrasse der angrenzenden Strandbar aus dem Treiben auf dem Wasser zu. Auf der Rückseite der Strandbar schließlich wird ein Bootsverleih Kanus, Kajaks, Ruderboote und Stand-up-Paddle-Boards anbieten und zu Ausflügen in die Grachtenwelt Rotterdams einladen. „Mit dem ,Rif 010‘ wollen wir alle Wassersportinteressierten Europas zu uns nach Rotterdam einladen“, sagt Edwin van Viegen, Initiator des Projekts. „Und wir wollen das Image Rotterdams schärfen – weg von der schmuddeligen Industriestadt, hin zu einer modernen Sport- und Erlebnisstadt.“ Die Einwohner Rotterdams unterstützen die Idee. In einer öffentlichen Abstimmung, bei der jeder Rotterdamer seine Stimme abgeben konnte, setzte sich das „Rif 010“ gegen fünf Konkurrenzprojekte durch und strich die drei Millionen Euro Fördergeld, die die Stadt ausgelobt hatte, ein. Damit ist der Löwenanteil der Gesamtkosten von 3,6 Millionen Euro bereits gedeckt. Im Juni soll das „Rif 010“ eröffnen. fo

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mare No. 109

No. 109April / Mai 2015

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