Neuigkeiten aus der Welt der Meere

Von A wie Architektur bis Z wie Zoologie

Internet

Nordsee im Tablet

Mit der neuen App „Die Küste im Blick“ können Tabletnutzer ab sofort den Zustand der Nordsee live mitverfolgen. Dargestellt werden Salz- oder Sauerstoffgehalt, die Temperatur, der Seegang oder die Konzentration von Algen in verschiedenen Wassertiefen. Die App basiert auf dem Beobachtungssystem Cosyna, das Zugriff auf automatisierte Messsysteme wie Radartechnik, Messbojen oder Satelliten hat. Selbst Seevögel, etwa Basstölpel oder Heringsmöwen, tragen zur Datensammlung bei, da einige von ihnen mit Sendern versehen sind. Die Daten speisen die Wissenschaftler von Cosyna in Echtzeit in komplexe Simulationsmodelle ein, mit deren Hilfe der physikalische, ökologische und biogeochemische Zustand der Nordsee in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung abgeleitet wird. Auch die See vor der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen wird mit erfasst. „Die App richtet sich vor allem an interessierte Laien“, sagt Ozeanograf Burkard Baschek, Leiter am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums in Geesthacht, wo Cosyna betrieben wird. „Wir möchten mit der App einen unkomplizierten Zugriff auf Messdaten ermöglichen und über die Aktivität der Küstenforschung informieren.“ Die Daten richteten sich aber auch an Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik, so Holger Brix, Leiter des Projektmanagements von Cosyna. Faktoren wie Meeresströmungen und Seegang seien beispielsweise für Unternehmen im Bereich der Offshore-Windenergie wichtig. Die App gibt es gratis für Android- und Apple-Geräte. röß


Wirtschaft

Palau verbietet Fischexport

Der pazifische Inselstaat Palau will jede Form der Fischerei für den Export verbieten. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die Regierung im Februar ins Parlament eingebracht. Die Ausschließliche Wirtschaftszone, ein Seefläche von der Größe Frankreichs, soll Meeresschutzgebiet werden. Lediglich im Umkreis von etwa 30 Meilen um die Inselgruppe soll palauischen Fischern der Fang für den lokalen Verbrauch erlaubt bleiben. „Palau muss beim Schutz der Ozeane an vorderster Front stehen“, sagte Präsident Tommy Remengesau bei einer Versammlung in der Hauptstadt Koror. Nur so könne die Lebensgrundlage der rund 20 000 Inselbewohner bewahrt werden. Das Land leidet seit Langem unter Raubfischerei. In seinen Gewässern fangen vor allem taiwanische und chinesische Flotten Thunfisch; die Bestände sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Palau hatte zuletzt Einnahmen von jährlich etwa fünf Millionen Dollar durch die Vergabe von Fischereilizenzen; die Einnahmen aus dem Tauchtourismus liegen etwa 20-mal höher. Seit 2009 ist der Fang von Haien in Palaus Gewässern verboten. Auch die Cookinseln hatten 2012 ein Fangverbot erlassen. Das Problem in beiden Fällen: Die Küstenwachen der Kleinstaaten sind nicht imstande, solche Verbote zu kontrollieren. Palau hat nur ein Küstenwachboot. Die US-Stiftung Pew unterstützt Palau nun beim Kampf gegen Raubfischer. Sie finanziert ein Projekt, bei dem die britische Satellitenfirma Catapult Palaus Gewässer aus dem All überwacht. Schiffe, die illegal fischen, sollen so identifiziert und international verfolgt werden können. cj


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 110. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 110

No. 110Juni / Juli 2015

Aus der Redaktion

Aus der Redaktion

Mehr Informationen
Vita Aus der Redaktion
Person Aus der Redaktion
Vita Aus der Redaktion
Person Aus der Redaktion
Suchmaschine unterstützt von ElasticSuite