Geologie
Strand kehrt zurück
Auf der Insel Achill vor der Westküste Irlands hat sich über Nacht ein Strand nach 33 Jahren wieder aufgebaut. Ein Sturm hatte im vergangenen April Hunderttausende Tonnen Sand angespült, der nun das zuvor karge Gestein bedeckt. Der kleine Ort Dooagh hat dadurch wieder einen 300 Meter langen Sandstrand. „1984 haben wir den Strand zuletzt gesehen“, sagte der örtliche Tourismusmanager Sean Molloy der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Über Ostern habe es einen Kälteeinbruch gegeben und einen Wind, der stetig aus Norden kam. „Andauernder Wind und die Strömung müssen den Sand aus einem anderen Gebiet zu uns transportiert haben“, so Molloy. Laut Kevin Lynch und Eugene Farrell von der National University of Ireland in Galway ist die Tatsache, dass sich der Strand so schnell aufgebaut hat, „definitiv interessant“. Möglicherweise hätten sich in den vergangenen Monaten Sedimente vor der Küste angesammelt. Im April seien die Wellenbedingungen dann ideal gewesen, um den Strand aufzubauen. „Hoffentlich wird die Sandschicht nach und nach höher“, so die beiden Geografen. Sie befürchten, der Strand könne ebenso schnell verschwinden, wie er gekommen ist. 1984 war der Strand während mehrerer Stürme nach und nach verschwunden. Restaurants und Hotels schlossen, weil die Touristen fernblieben. „Wir hoffen, dass der Strand dauerhaft bleibt. Garantieren können wir das aber nicht“, sagt eine Sprecherin des Tourismusbüros. Unter Touristen hat sich das Strandwunder von Dooagh mittlerweile herumgesprochen. Hoteliers und Gastronomen verzeichnen seit der überraschenden Rückkehr des Strandes mehr Besucher als gewöhnlich. Auf der abgelegenen, schroffen Insel lebte in den 1950er- und 1960er-Jahren der deutsche Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll. mz
Internet
Bermudadreieck wird digital
Das Bermudadreieck, in dem sich mehr als 300 Schiffswracks befinden, wird demnächst im Internet zu besichtigen sein. Möglich macht dies das Projekt „Bermuda 100 Challenge“, ein virtuelles 3-D-Kino. Bislang existieren lediglich einige Fotos und verwackelte Videoclips von der Unterwasserwelt dieser Region im westlichen Atlantik. „Wir wollen alles, was sich auf dem Meeresgrund befindet, sichtbar machen“, erklärt Falko Kuester. Der Computerwissenschaftler von der University of California in San Diego leitet ein zwölfköpfiges Team aus Archäologen und IT-Experten, das dieses Projekt mit viel Aufwand umsetzt. Tauchroboter filmen mit Kameras die Unterwasserwelt, darunter 100 Wracks. Pixel für Pixel werden die Bilder anschließend am Computer in dreidimensionale Modelle umgewandelt und als Virtual-Reality-Animationen auf der Website der „Bermuda 100 Challenge“ gezeigt. Drei Wracks lassen sich dort bereits interaktiv besuchen. Darunter ist auch die „Mary Celestia“. Das Schiff aus den Zeiten des Amerikanischen Bürgerkriegs sank 1864 und liegt rund 800 Meter vor der Küste von Bermuda. „Wir wollen aber nicht nur historisch bedeutsame Artefakte digital konservieren und der Öffentlichkeit näherbringen“, sagt Forscher Kuester über das Projekt, das nur für das Internet angelegt ist. „Wir scannen auch das maritime Ökosystem, um die Folgen des Klimawandels wissenschaftlich zu analysieren und Laien für dieses Thema zu sensibilisieren.“ Um das Bermudadreieck ranken sich seit Jahrzehnten wilde Geschichten. So kommt es in der Meeresregion angeblich gehäuft zu Flugzeug- und Schiffskatastrophen. Vor allem in den 1970ern thematisierten verschiedene Autoren das mysteriöse Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen in der Region und befeuerten somit die Legende um das „Teufelsdreieck“. jsc
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