Neuigkeiten aus der Welt der Meere

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Fischerei
Keine Schonfrist für Seegurken

Gegen die Warnungen von Wissenschaftlern und Umweltschützern ist Anfang August auf den Galápagos-Inseln die Fangsaison für Seegurken angelaufen. Nach wiederholt gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fischern und Forschern im Juni setzten sich die Gurkenfischer nun auch auf behördlichem Weg durch: Das Verfassungstribunal von Ecuador gesteht ihnen auch für 2004 eine 60-tägige Fangfrist für bis zu vier Millionen Seegurken zu. Eine fatale Entscheidung, so die Wissenschaftler der Charles-Darwin-Forschungsstation, die einen dramatischen Rückgang der Seegurken vor Galápagos nachgewiesen hatten. Vor den Inseln Floreana, Española und San Cristóbal seien die Populationen bereits kollabiert. Im vergangenen Jahr erzielten die Exporteure von der vor allem in Japan geschätzten Delikatesse einen Umsatz von vier Millionen Euro. Mit dem jüngsten Beschluss schreitet die Gurkenfischerei ihren existenzbedrohenden Weg ungehemmt fort. „Die größte Katastrophe ist, dass jetzt auch die Insel Fernandina für die Fischerei geöffnet wurde“, erklärt die Leiterin der Meeresforschung in der Darwin-Station, Eva Danulat. Vor Fernandina liegen die einzigen Gebiete mit größeren Konzentrationen von Jungtieren. „Deren Reduktion wird sich erheblich auf die Fischerei in den kommenden Jahren auswirken.“ peko


Umwelt

Neue Bergungstechnik für Öl in havarierten Schiffen

Mehr als anderthalb Jahre nach dem Untergang des bahamaischen Tankers „Prestige“ vor Spanien arbeiten Spezialisten Tag und Nacht, um das Schweröl aus dem Wrack zu bergen. Bis Herbst soll ein Großteil der verbliebenen 14000 Tonnen in Sicherheit gebracht, der Rest anschließend durch Einsatz von Bakterien schneller als in der Natur üblich abgebaut werden. Bis Anfang August hatten es die Ingenieure der spanischen Ölgesellschaft Repsol geschafft, ein Fünftel der Ladung aus knapp 4000 Meter Tiefe zu bergen. Dabei kommt eine bislang unerprobte Technik zum Einsatz: Das Öl, wegen seiner geringeren Dichte leichter als Wasser, strömt durch Bohrlöcher in der Schiffswand in den Saugstutzen eines Aluminiumbehälters. Ist dieser voll, schwebt er mit Ballonauftrieb unter die Wasseroberfläche, wird mit einem darüber schwimmenden Tanker vernabelt und leer gepumpt. Die Gesamtkosten der Bergungsaktion werden mit 100 Millionen Euro angegeben. holl


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mare No. 46

No. 46Oktober / November 2004

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