Ozeanographie
Riesenwellen im Sucher
Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wollen Monsterwellen den Schrecken nehmen. Mithilfe von Satellitenaufnahmen werden die Experten aus Oberpfaffenhofen in den kommenden zwei Jahren ergründen, wo und wie häufig die bis zu 30 Meter hohen Brecher auftreten. Vor ihnen liegt ein gewaltiger Berg Arbeit: Tausende Bilder von den Radarsatelliten der European Space Agency (Esa). Auf ihnen sind die weltweiten Wellenbewegungen aus immerhin 13 Jahren mit einer Auflösung von bis zu zehn Metern zu erkennen. Damit wollen die Forscher herausfinden, unter welchen Bedingungen die so genannten Freak waves auftreten. Bislang wurden mit Bojen oder Lasermessgeräten zumeist nur die Wellenhöhen erfasst. Der Blick von oben bietet erstmals ein zweidimensionales Bild. Überlagerungen von Wellen oder Wellengruppen werden so sichtbar – die vermuteten Auslöser der Megadünung. Erste Ergebnisse aus dem Vorläuferprojekt „MaxWave“ liegen bereits vor. Demnach entstehen Monsterwellen zum Beispiel in Wellengruppen, die mit derselben Geschwindigkeit wie ein Sturm ziehen und somit Energie aufstauen. Bekannt ist auch, dass beim Zusammentreffen von Stürmen und starken Meeresströmungen gehäuft Freak waves auftreten – etwa am südafrikanischen Agulhas-Strom. Inzwischen werden für diese Gebiete gar Warnungen vor Monsterwellen ausgestrahlt. ts
Handel
Geschrei – lateinisch
Manchmal angelt die Boulevardpresse in lateinischen Gewässern: „Rollmops heißt jetzt Clupea harengus“ titelte etwa „Bild“ und empfahl Marktschreiern das Lateinlexikon neben die Waage. Schließlich müssten sie fortan sämtliches Flossengut in der Sprache der alten Römer anpreisen. Angeblich würde die EU Derartiges verordnen. Unsinn, sagt Georg Kreuzhuber vom europäischen Agrar- und Fischereiministerium. „Es gibt keine EU-Verordnung, die Fischhändler verpflichtet, Fische mit ihrem lateinischen Namen auszuzeichnen.“ Initiiert wurde lediglich eine neue Etikettierungsvorschrift. Demnach müssen die Etiketten aller im Einzelhandel angebotenen Fischerzeugnisse folgende Angaben enthalten: 1. den Handelsnamen, in Deutschland auf Deutsch; ob der Händler den wissenschaftlichen Namen hinzufügen will oder nicht, ist ihm freigestellt. Er darf ihn jedoch nicht durch den lateinischen ersetzen; 2. die Art der Erzeugung, das heißt die Angabe, ob es sich um in der freien Natur gefangene Tiere oder um Erzeugnisse der Fischzucht handelt; 3. das Gebiet, in dem der Fisch gefangen wurde. Auf dem „Fang“ der „Bild“-Zeitung müsste demnach stehen: „Dicke Ente, Redaktionszucht, Sommerloch 2004“. nt
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