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Fischerei

Wenn zehn Millionen angeln

Amerikanische Hobbyangler gefährden die Bestände von Meeresfischen in ihren Heimatgewässern stärker als bislang angenommen. Rund ein Viertel der Fänge großer und zugleich beliebter Arten wie der Rote Schnapper und der Lengdorsch gehen auf das Konto der Freizeitfischer. Das ergab eine aktuelle Studie von der US-amerikanischen Florida State University in Tallahassee. Beim Roten Trommler liegt der Anteil der Hobbyfänge sogar bei 93 Prozent. Die Fangquoten der vergangenen 22 Jahre zeigten dabei starke regionale Unterschiede: Während im Golf von Mexiko etwa 64 Prozent der Fische mit der privaten Angel gefangen wurden, war es an der Nordostküste der USA nur etwa jeder zehnte. Vermutlich ist die Zahl der tatsächlichen Fänge weitaus höher, denn es wurden nur diejenigen erfasst, die nicht wieder über Bord gingen. „Zwar fängt jeder einzelne Hobbyangler nur relativ wenige Fische“, so der Biologe Will Figueira, „aber bei etwa zehn Millionen amerikanischen Freizeitfischern ist der Einfluss auf das Gesamtsystem enorm.“ Immer noch weit verbreitet sei das romantische Bild vom Vater, der mit seinem Sohn zum gemütlichen Angeltörn fährt. In Wirklichkeit sind viele Boote heute mit Hochleistungsmotoren und Echolot ausgestattet, die Fahrten zu Fanggründen weit vor der Küste ermöglichen und das Aufspüren von Schwärmen in großen Tiefen. broe


Verkehr I

Fahrplan für die Boote von Venedig

Nicht nur immer mehr Gondeln plätschern durch die Kanäle Venedigs, sondern auch die Armada kleiner motorisierter Lieferboote wächst beständig. Ihre Wellen schlagen an die historischen Gemäuer der Lagunenstadt und beschleunigen so ihren Verfall. Fabio Carrera vom Worcester Polytechnic Institute in Massachusetts und sein Forscherteam haben nun einen Plan entwickelt, mit dem sich der Lieferverkehr zu Wasser um bis zu 90 Prozent verringern ließe. Statt wie bisher vom einzigen Zentraldepot aus mit nur jeweils einer bestimmten Ware an Bord durch sämtliche Kanäle zu tuckern, schlagen die Verkehrsplaner vor, mehrere Lagerhäuser über das Stadtgebiet zu verteilen. Dort sollen die Lastschiffer ihre Kähne mit allen im Umkreis benötigten Gütern voll beladen und an die nahe gelegenen Hotels und Restaurants ausliefern. Spontan begeistert waren die Motorbootkapitäne von dieser fixen Idee nicht, fürchten sie doch um ihre Existenz. Carrera meint hingegen, dass ein solches Verteilungssystem zwar kürzere Fahrtrouten, jedoch nicht weniger Fahrzeuge bedeuten würde. Außerdem entstünden in den Lagerhäusern zusätzliche Arbeitsplätze. broe


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mare No. 49

No. 49April / Mai 2005

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