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Lifestyle

Bauboom im Meer

Was Dubai kann, können wir auch, sagte sich das Königreich Bahrain und plant den Bau einer weiteren künstlichen Insel. Keine Palme soll es dieses Mal sein, die aus dem Wasser wächst. DasDesign der neuen Luxusanlage: Land, geformt wie ein Seepferdchen. Bahrain, dessen Ölreserven im Vergleich zu denen seiner Nachbarn relativ gering sind, hat den Immobilienmarkt als Geldquelle entdeckt. Villen, Hotels, Geschäfte, Promenaden und sogar Schulen und Krankenhäuser sollen auf einem Areal entstehen, das größer ist als die Nordseeinsel Amrum. Beginn für das „Two Seas“-Projekt im Nordosten Bahrains ist Ende 2005; bis zur Vollendung des Bauwerks werden allerdings acht bis zehn Jahre vergehen. Allein die Kosten zur Gewinnung des Neulands sind auf 2,5 Milliarden Euro angesetzt. Bahrain, preist das beteiligte Unternehmen Dala Development Properties Management auf seiner Homepage, sei die neue Destination für Menschen, die sich einen „harmonischen Lebensstil“ wünschen in einer „natürlichen“, vom Meer geprägten Umgebung. Umweltschützer fürchten hingegen gerade um das sensible Ökosystem unter Wasser. Ihre Sorge: Die Arbeiten am künstlichen Seepferdchen werden Korallenriffe zerstören und vielen Meerestieren den Lebensraum entziehen. Betroffen wären auch echte Seepferdchen. sasch


Kunst

Kunst am Bug

Von wegen „Windjammer und dralle Deerns“ – Claus Hartmann (47) definiert Galionsfiguren neu. Sein jüngster Coup: Für das Segelschulschiff der Russischen Föderation „Mir“ entwarf der Schiffsbildhauer in seinem Atelier auf der Weserinsel Harriersand ein Galion in Gestalt des Merkur, des römischen Gottes der Kaufleute. In enger Abstimmung mit der Admiral Makarov State Maritime Academy, dem Eigner des Schiffes in St. Petersburg, und Sponsoren in der Partnerstadt Hamburg wurde das Motiv entwickelt. „Ursprünglich hielt unsere Figur eine Weltkugel in den Händen“, berichtet Claus Hartmann, „doch die Eigner der ‚Mir‘ wünschten sich unbedingt eine symbolische Taube.“ Das russische Wort „mir“ steht für Frieden. Seinen Erfolg beschreibt der gebürtige Bremer mit nüchternen Worten: „Die Szene Schiff für Schiff abgrasen“, nennt er das Geschäft. Nicht nur die „Royal Clipper“, das größte Segelschiff der Welt, stattete Hartmann zusammen mit seiner Frau Birgit, einer Grafikdesignerin, aus. 19 berühmte Großsegler, unter anderen die „Gorch Fock“, hat das international renommierte Künstlerpaar inzwischen verschönert und damit „nach über 70 Jahren das traditionsreiche Schiffsbildhauerhandwerk neu belebt“. Schon Claus Hartmanns Urgroßvater, Kapitän Johann Mohrschladt, brachte von hoher See Galionsfiguren gestrandeter und abgewrackter Schiffe nach Hause; sein Vater restaurierte die alten Schätze. In den zwanziger Jahren starb mit dem Aufkommen der modernen Dampfschifffahrt der Beruf des Schiffsbildhauers aus. Als „Nischenarbeit“ versteht Hartmann sein Handwerk heute. Die Zukunft der Zunft gehört den Megayachten, meint er und experimentiert mit hochglanzpolierten „Kühlerfiguren“ aus Aluminium oder Edelstahl – für die exklusiven Yachtshows in Monaco. map


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mare No. 51

No. 51August / September 2005

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