Umwelt
Totes Meer sinkt
Das Wasser des Toten Meeres trägt jeden – auch Sumoringer. Das stellte eine Delegation von japanischen 150-Kilo-Männern erfreut fest, als sie kürzlich einer Einladung des israelischen Tourismusministeriums folgte und sich im Toten Meer vergnügte, das bekannt ist für seine Heilkraft und seinen hohen Salzgehalt von durchschnittlich 28 Prozent. Medienwirksam ließen sich die Gäste aus Fernost im Wasser treiben, lasen dabei Zeitung oder bekleckerten sich mit Schlick. Publicity hat das Gewässer bitter nötig, denn das Tote Meer droht auszutrocknen. Jährlich sinkt der Wasserspiegel um knapp einen Meter, mahnt die israelische Gruppe der internationalen Umweltvereinigung Friends of the Earth. Der Grund: Seit langem fließt nur noch wenig Wasser aus dem Jordan in das Solebecken. Der Großteil wird vorher über Trinkwasser- und Bewässerungsleitungen abgezweigt. Die Hotels, einst direkt am Strand erbaut, stehen heute mehr als einen Kilometer von der Uferlinie entfernt. Planungen, Wasser vom Roten Meer über Kanäle in die riesige Salzwasserwanne zu pumpen, kommen nicht voran. Zu teuer ist das Unterfangen. Christian Siebert vom Umweltforschungszentrum Leipzig/Halle und Mitarbeiter eines multinationalen Projekts zur Erforschung der Wasservorkommen am Jordan warnt: „Durch das Absinken des Toten Meeres sinkt auch der Grundwasserspiegel in der Umgebung ab. Natürliche und unersetzbare Oasen trocknen aus.“ Dies ist auch ein herber Schlag für die Landwirtschaft in der Region. Vor allem die Jordanier nutzen die Gegend als Ackerland. Abhilfe kann künftig nur noch künstliche Bewässerung bringen, doch die ist bereits heute unerschwinglich. ts
Bildung
Studienplätze unter Wasser
Am 1. September 2006 beginnt der neu eingerichtete Aufbaustudiengang Marine Archäologie am Centre for Maritime and Regional Studies, kurz CMRS, der Universität Süddänemark in Esbjerg. Ein vergleichbares Intensivstudium zu diesem Themenfeld gibt es in Deutschland bislang nicht. Dabei ist Thijs Maarleveld, Initiator des Studiengangs, überzeugt, dass es seit der im Jahr 2001 verabschiedeten Unesco-Konvention zum Schutz des Unterwasserkulturerbes einen steigenden Bedarf an Meeresarchäologen gibt. „Die Jobaussichten sind so gut, dass jeder Absolvent mit Sicherheit sofort eine Anstellung bei der Regierung eines Unterzeichnerstaats, in der Forschung oder bei einer Bergungsfirma finden wird“, glaubt Maarleveld. Dänemarks Küste selbst ist bekannt für ihre mehr als 6000 Unterwasserschätze. Fast täglich bekommt der Archäologe Anrufe von Fischern, in deren Netze sich Wrackteile historischer Schiffe verfangen haben. Das Studium richtet sich an diplomierte Naturwissenschaftler, Historiker und Anthropologen mit Vorkenntnissen in Meereskunde oder Archäologie. Die Unterrichtssprache ist Englisch, der Lehrstoff fächerübergreifend. Neben der Geschichte der Seefahrt und Grundlagen in der Analyse von Satelliten- und Geodaten, Denkmalschutz und Internationalem Seerecht gehören auch praktische Erfahrungen in Ausgrabungs-, Bergungs- und Konservierungstechniken zu dem viersemestrigen Studiengang, der mit einem Master of Arts (M.A.) abgeschlossen wird. Da viele der Funde im Meer aus der Zeit der Wikinger stammen, stehen auch Kurse in historischem Schiffsbau, Navigation und Segelpraktiken in original nachgebauten Wikingerschiffen auf dem Lehrplan. Studienbegleitend können die Studenten eine Ausbildung zum „Europäischen Forschungstaucher“ absolvieren, denn 15 Prozent der Unterrichtszeit sind für Projektarbeit unter Wasser vorgesehen. Weitere Informationen zum Studiengang und zu den Bewerbungskriterien finden sich unter www.archaeology.sdu.dk. Absolventen aus EU-Ländern zahlen in Dänemark keine Semestergebühren. ca
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