Neuigkeiten aus der Welt der Meere

Von A wie Architektur bis Z wie Zoologie

Sport

Segeln mit Handicap

Die Probewasserung ist überstanden, es geht voran mit dem Bau der ersten großen, behinderten- und rollstuhlfahrergerechten Segelyacht in Deutschland. Die Taufe ist für das Frühjahr 2007 geplant. Seit 2003 wird in Liepgarten bei Ueckermünde eine fünf Meter breite und 21 Meter lange Ketsch umgerüstet. Das Projekt finanziert sich aus Zuschüssen der Europäischen Union, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der Stadt Ueckermünde sowie den Zuwendungen zahlreicher Sponsoren, privater Spender und aus den Eigenleistungen eines Fördervereins. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 500 000 Euro. Das Ziel: Behinderte Jugendliche und junge Erwachsene sollen an den Segelsport herangeführt werden. „Die Behinderten werden selbst segeln und steuern lernen und nicht einfach gefahren werden“, beschreibt Daniela Gollatz, Sprecherin des Fördervereins, den Kern des Unternehmens. Die Winschen zum Setzen der Segel sind auf Sitzhöhe montiert, die Segel werden ohne Baum gefahren – aus Sicherheitsgründen. Sehbehinderte werden dank eines Sprachausgabekompasses sowie anhand von drei-dimensionalen Seekarten navigieren können. Auch die Inneneinrichtung ist auf die besonderen Bedürfnisse der Passagiere abgestimmt. Mithilfe zweier Kräne gelangen Rollstuhlfahrer an Bord; zwei Treppenlifte führen unter Deck. Fünf der insgesamt 14 Kojen sind mit Rollstühlen erreichbar. Die Mannschaft besteht aus maximal zwölf Gästen und zwei Mann Stammbesatzung – einem Schiffbau­ingenieur und einem Pädagogen. Vergleichbare Projekte gibt es bisher nur in Großbritannien und in den Niederlanden; dort ist neben dem Großsegler „Robinson Crusoe“ und dem Katamaran „Beatrix“ seit Herbst 2003 das ehemalige Plattbodenboot „Lutgerdina“ im Einsatz. Wenn sich das Schiff bei Ebbe trockenfallen lässt, können Rollstuhlfahrer sogar das Watt erkunden, auch wenn die Fortbewegung im Schlick durchaus beschwerlich ist. Weitere Informationen finden sich unter www.rollisegler.de. fk


Umwelt

Hungrige Meer-Schweine

Im Südseestaat Tonga haben Schweine eine einzigartige Ernährungsstrategie entwickelt: Bei Ebbe durchwühlen sie den Strand des Dorfes Talafo’ou nach Muscheln, Algen und Krebsen. Mutige Tiere wagen sich bis zum Bauch in die Wellen und fangen unter Wasser sogar Fische. Tiermediziner kannten dieses Phänomen bislang nicht. „Schweine können grundsätzlich zwar schwimmen, Hausschweine tun das aber normalerweise nicht freiwillig“, berichtet Michael Wendt von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Die Aussicht auf ein schmackhaftes Mahl könne die intelligenten Klauentiere aber durchaus dazu bringen, ihre Scheu vor dem Meer zu überwinden, erklärt der Forscher. Auf Tonga werden Schweine meist mit Kokosnüssen gefüttert, das Meeresgetier reichert die Kost mit Proteinen an. Mit einem Verhältnis von 764 Schweinen auf 1000 Einwohner liegt das Königreich im weltweiten Vergleich auf Platz vier bei der Schweinehaltung. Die meisten der knapp 90 000 Borstentiere – wegen ihrer von europäischen Entdeckern eingeführten Vorfahren auch „Captain Cookers“ genannt – laufen frei herum und stöbern überall nach Nahrung. Einheimische berichten, das Fleisch der fischenden Schweine sei salziger und deshalb schmackhafter als gewöhnlich. Viele der auf Tonga lebenden Europäer verzichten allerdings lieber auf das Schweinefleisch. Sie klagen nach dem Genuss der lokalen Spezialität über Allergien. uke


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 60. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 60

No. 60Februar / März 2007

Aus der Redaktion

Aus der Redaktion

Mehr Informationen
Vita Aus der Redaktion
Person Aus der Redaktion
Vita Aus der Redaktion
Person Aus der Redaktion
Suchmaschine unterstützt von ElasticSuite