Leben
Escobars Villa abgerissen
Sie war eine Besonderheit in Miami Beach, jetzt existiert sie nicht mehr: Die 1948 erbaute Strandvilla des berüchtigten Drogenbosses Pablo Escobar ist abgerissen worden. Der neue Besitzer Christian de Berdouare, Inhaber der Fast-Food-Kette
„Chicken Kitchen“, will auf dem Grundstück einen modernen Neubau errichten. Doch bevor es so weit ist, geht es ihm um etwas anderes. Möglicherweise hatte Escobar in den 1980er-Jahren – wie es im Drogengeschäft damals üblich war – Geld und Schmuck im Haus und im Boden verstecken lassen. Jennifer Valoppi, de Berdouares Ehefrau, erklärt: „Im Fußboden und in den Wänden der Villa wurden ungewöhnliche Löcher entdeckt. Im Marmorboden war offenbar ein Safe eingelassen, der aber irgendwann herausgerissen wurde.“ Daraufhin engagierte das Ehepaar Schatzsucher, die laut de Berdouare während des Abrisses tatsächlich auf einen 300 Kilogramm schweren Safe stießen. Die Angaben zu dem Fund sind allerdings widersprüchlich. Mal heißt es, der Safe sei schon offen und leer gewesen. Eine andere Quelle behauptet, der Tresor solle erst im Zug einer Dokumentation über Escobars Leben geöffnet werden. De Berdouare hatte das Anwesen im Mai 2014 für knapp zehn Millionen Dollar gekauft und von dessen Vorbesitzer angeblich nichts gewusst. Dabei stand Escobar, der 1993 von einem Militärkommando erschossen wurde, sogar im Grundbuch, berichtet die „Daily Mail“. Ob Escobar die Villa je betreten hat, ist nicht bekannt. mz
Fischerei
Ostseedorsch verliert Siegel
Die Dorschfischereien in der gesamten östlichen Ostsee haben das Nachhaltigkeitssiegel des Marine Steward Council (MSC) verloren. Die Aberkennung des weltweit bekannten Ökosiegels hat vor allem wissenschaftliche Gründe: Jahrelang habe man falsche Wachstums- und Alterseinschätzungen als Grundlage genutzt und daher den Bestand deutlich zu hoch eingeschätzt. Wegen neuer Erkenntnisse mussten die Bestandsgrößen nach unten korrigiert werden. Damit verlor der EU-Managementplan für den Dorsch im vergangenen Jahr seine Gültigkeit – er ist aber eine wichtige Voraussetzung für das Ökosiegel. Der vorläufige Entzug des Siegels sei unvermeidlich gewesen, „auch wenn die Fischer selbst nicht für diese Situation verantwortlich waren“, sagt Andrea Harmsen von MSC Deutschland. Es ist das erste Mal, dass deutsche Fischer das Siegel wieder verlieren. Meeresbiologen wie Rainer Froese vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) begrüßen trotzdem den radikalen Schritt. „Der östliche Dorsch ist in einem schlechten Zustand und verdient kein Ökolabel“, sagt er. Vom Siegelentzug sind Fischer aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Polen und Lettland betroffen. Gerade deutsche Ostseefischer trifft es wirtschaftlich hart. 2015 haben sie rund 1600 Tonnen MSC-Dorsch gefangen. Der Dorsch ist die am häufigsten gefangene Fischart in der Ostsee, noch vor Hering und Sprotte. „Er ist unser Brotfisch“, sagt Kai-Arne Schmidt, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer. 60 000 Euro hätten die Betriebe investiert, um das Ökosiegel zu erhalten. In den kommenden Wochen, wenn die Dorschfischerei wieder beginne, werde sich zeigen, ob der aktuelle Kilogrammpreis von rund 1,30 Euro auf unter einen Euro falle. „Mittelfristig können die Fischer davon nicht existieren.“ Die wichtigsten Abnehmer, die Produzenten von Tiefkühlprodukten wie Fischstäbchen, hätten bereits mitgeteilt, nur Dorsch mit MSC-Siegel verwenden zu wollen. Schmidt: „Uns fällt ein riesiger Markt weg.“ muk
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