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Geografie

Antarktis hat gute Karten

Eine bessere Seekarte der Antarktis soll künftig Schiffskapitänen die Orientierung erleichtern. Die neue Karte umfasst das nordöstliche Weddellmeer und die See westlich vom Dronning-Maud-Land, Gebiete, die bisher nur unzureichend kartografiert waren. 25 Jahre lang hatte die „Polarstern“, das deutsche Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Messungen durchgeführt und die erforderlichen Daten gesammelt. „Dies ist die erste amtliche Seekarte Deutschlands von einem internationalen Gewässer“, sagt Hans-Werner Schenke, Leiter der Arbeitsgruppe Bathymetrie und Geodäsie am AWI, das bei diesem Projekt mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zusammengearbeitet hat. Schenkes Arbeitsgruppe wertete ein Jahr lang die von Fächerloten gewonnenen Tiefendaten aus. Fächerlote sind Echolote, die den Meeresboden flächig statt wie herkömmlich in Linien erfassen. Sie sind daher viel genauer. Die Seekarte enthält außerdem mehr Informationen als üblich. So sind unter anderem Robben- und Pinguinkolonien eingezeichnet. Auch für die Navigation an Land kann der neue Plan eingesetzt werden. Eingetragen ist zum Beispiel die Route zwischen der deutschen und der südafrikanischen Polarstation. Das Interesse an der Antarktis ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Neben Forschungsschiffen sind dort auch zunehmend Passagierschiffe unterwegs. Allerdings sei das abgebildete Gebiet wegen der Eisverhältnisse für Passagierschiffe und Hobbysegler zu schwierig, sagt Schenke. „Da ist es wichtiger, dass einer am Ruder steht und direkt aufs Meer statt auf die Seekarte guckt, um Kollisionen mit Eisbergen zu vermeiden.“ Seit Januar ist die neue Karte im Fachhandel erhältlich. Die Wissenschaftler bereiten zurzeit eine zweite, noch höher auflösende Antarktiskarte vor. Sie wird das Küstengebiet vor der deutschen Neumayer-Station abbilden. ca

Meeresforschung

Roboter erkundet Tiefsee

Mit einem neuen Tauchroboter wollen Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) die Ozeane genauer untersuchen. Das Gerät heißt „Abyss“, trägt eine Kamera, verschiedene Sensoren und kann bis in eine Tiefe von 6000 Metern eindringen. Vor Kurzem absolvierte das vier Meter lange, torpedoförmige Tauchboot seinen ersten Einsatz vor den Kanarischen Inseln. Dort wurden alle Funktionen des 2,3 Millionen Euro teuren Fahrzeugs noch einmal geprüft. Neu an dem Unterwasserfahrzeug ist seine Unabhängigkeit vom Mutterschiff. Ohne Kabel kann der Roboter 24 Stunden lang am Meeresboden seine Runden drehen und in dieser Zeit bis zu 30 Quadratkilometer Fläche erkunden. Der Kurs wird ihm vorher drahtlos von Bord des Mutterschiffs gefunkt. Energie liefern ihm Lithiumbatterien, die Höchstgeschwindigkeit beträgt zehn Stundenkilometer. „Die Testfahrten haben bisher reibungslos funktioniert“, sagt Colin Devey, Meeresgeologe am IFM-Geomar. Die erste offizielle Forschungsexpedition führt „Abyss“ zu hydrothermalen Quellen am Mittelatlantischen Rücken, wo bis zu 400 Grad heißes Wasser aus dem Gestein tritt. Der Tauchroboter soll mit seinen sensiblen Sensoren die sogenannten Schwarzen Raucher aufspüren. Ziel ist es, herauszufinden, wie viele Quellen es überhaupt gibt und wie sie entstehen. Zudem werden großflächige Rasteraufnahmen vom Meeresboden gemacht. Das Material soll eine exakte Kartierung des Unterwassergebiets ermöglichen. Meeresforscher Devey rechnet auch damit, neue Lebensformen zu entdecken. „Da werden wir Sachen finden, die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können.“ „Abyss“ kann auf allen mittleren und großen deutschen Forschungsschiffen eingesetzt werden. Finanziert wurde das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. jan

 

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  mare No. 72

No. 72Februar / März 2009

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