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Biologie

Invasion der Feuerameisen

Sie sind gierig, fallen über alles her, was ihren Weg kreuzt, und nagen ihre Opfer bis auf die Knochen ab. Feuerameisen können sogar für Menschen gefährlich sein. Derzeit richten sie auf Tahiti erheblichen Schaden an. Die rot-braunen Insekten sind vermutlich 2005 an Bord eines Schiffes nach Französisch-Polynesien gelangt und sind dort mittlerweile eine gravierende Plage. Die Tiere leben normalerweise in Büschen, Bäumen von Plantagen und Gärten und bauen ihre Nester im Gestrüpp oder in der Laubschicht am Boden. Auf Tahiti aber krabbeln sie immer öfter in Wohnzimmern, Küchenschränken und Betten. Der Biss der nur etwa 1,5 Millimeter kleinen Wasmannia auropunctata ist für Menschen äußerst schmerzhaft. Die Haut rötet sich, es bilden sich Pusteln. Rund zehn Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch; im schlimmsten Fall ist das Gift der Ameise sogar tödlich. Außerdem verdrängen die in Massen auftretenden Tiere einheimische Spinnen- und Ameisenarten. Inzwischen haben sich die Krabbeltiere, die ursprünglich aus Südamerika stammen, auf einer Fläche von 500 Hektar ausgebreitet. „Die ungeheure Mobilität dieser Landplage ist unsere größte Sorge“, sagt der tahitische Umweltminister Lionel Teihotu. Versuche, die Feuerameise, selbst unter Einsatz des Militärs, auszurotten, waren bisher erfolglos. Weder Feuer noch Pestizide konnten ihnen etwas anhaben. Teihotu hofft nun auf die Mithilfe der Bürger. Sein Ministerium verteilt kostenlos Lupen und Bestimmungsliteratur. Zudem werden verstärkt professionelle Ameisenjäger ausgeschickt, die die Nester zerstören sollen. Rund 600 000 Euro kostete die groß angelegte Aktion allein im vergangenen Jahr. Mittlerweile macht sich die Feuerameise auch in Neuseeland und Florida breit. „Vermutlich wird der Kampf vergebens sein“, sagt der Evolutionsökologe Ralph Tollrian von der Ruhr-Universität Bochum. „Meist haben sich die Tiere längst im neuen Lebensraum etabliert, wenn der Mensch das Problem erkennt. Dann wird es ausgesprochen teuer und aufwendig, noch etwas dagegen zu tun.“ ts

Tourismus

Rauchfrei am Meer

Das Ostseebad Göhren will als erster Ort auf der Insel Rügen Nichtraucherbereiche am Ostseestrand einrichten. In zwei oder drei Abschnitten darf dann künftig nicht mehr geraucht werden. Banner mit der Aufschrift „Willkommen am Nichtraucherstrand“ sollen auf die entsprechenden Strandbereiche hinweisen, erklärt der Göhrener Kurdirektor Jörn Fenske. Die Regelung tritt ab Mai in Kraft. Durch die rauchfreien Zonen sollen vor allem die Wünsche vieler Familien erfüllt werden, die sich durch Zigarettenreste im Sand gestört fühlen. „Bei unserer Gästebefragung 2008 haben sich 30 Prozent der Touristen positiv über die Idee eines Nichtraucherstrands geäußert“, sagt Berit Waschow von der Kurverwaltung. Allerdings werde es bei Verstößen keine Bußgelder geben – im Gegensatz zu Kalifornien, wo das Qualmen an rauchfreien Stränden bis zu 1000 Dollar Strafe kosten kann. In Göhren setzt man aufs Mitmachen und hofft darauf, ähnlich gute Erfahrungen zu machen wie die Kollegen auf Langeoog. Dort wurden vor knapp zwei Jahren Nichtraucherzonen am Strand eingerichtet. „Wir haben fast nie Probleme. Ganz selten setzt sich mal jemand provokativ mit einer Zigarette da hin“, sagt Peter Wettstein, Kurdirektor auf Langeoog. An der deutschen Nord- und Ostseeküste gibt es bereits mehrere kippenfreie Abschnitte – wie etwa in Laboe und Travemünde. Wyk auf der Nordseeinsel Föhr rühmt sich sogar, 1998 den ersten Nichtraucherstrand Deutschlands eingeführt zu haben. ube

 

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mare No. 73

No. 73April / Mai 2009

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