Neuigkeiten aus der Welt der Meere

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Klimawandel

Schwächelnde Wärmepumpe

Verliert der Golfstrom wegen des Klimawandels an Kraft? Dieser Frage sind Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in den vergangenen Wochen nachgegangen. Dazu starteten sie mit dem Forschungsschiff „Meteor“ eine Expedition in die Karibik zum Ursprung des Stromes. Befürchtet wird, dass schmelzende Gletscher, anschwellende Flüsse und starke Regenfälle im Golf von Mexiko die Warmwasserheizung Europas abschwächen. „Wir müssen wissen, wie leistungsfähig die Salzküche des Golfstroms ist“, sagt Joachim Schönfeld vom IFM-Geomar, der das Forschungsprojekt leitet. Salz ist ein wichtiger Treibstoff des Golfstroms. Erreicht sein Wasser kühlere Gefilde, sinkt es ab, weil es schwerer als das salzärmere Umgebungswasser ist. In der Tiefe fließt es zurück zum Äquator, und es entsteht ein riesiger Kreislauf. Das im Norden versinkende Wasser saugt gewissermaßen ständig neues Wasser aus den Tropen an. Käme diese Zirkulation zum Stillstand, hätte Nordeuropa keinen Wärmezufluss mehr – mit verheerenden Folgen für das Klima. Bereits vor Jahren hatten Greenpeace und das Max-Planck-Institut für Meteorologie vor diesem Szenario gewarnt. Die Forscher am IFM-Geomar aber halten solche Prophezeiungen für voreilig. „Nur wenn wir genau wissen, wie zuverlässig und unter welchen Bedingungen das salzreiche Wasser in der Karibik produziert wird, können wir vorhersagen, ab wann Süßwasser im Nordatlantik eine Gefahr für den Golfstrom ist“, erklärt Expeditionsleiter Schönfeld. In den kommenden Monaten sollen die neuen Wasser- und Sedimentproben, die unter anderem aus den Mündungen von Orinoko und Mississippi entnommen wurden, analysiert werden. Mit ersten Ergebnissen rechnet das Kieler Institut erst im nächsten Jahr. ube

Tourismus

Costa Bahamas

Wenn es um Werbefotos geht, nimmt es das Tourismusbüro der spanischen Costa Brava offenbar nicht so genau. Um das Bettenburgenimage ihrer Küste vergessen zu machen, veröffentlichten die Verantwortlichen vor Kurzem ein Bild, das auf den Bahamas geschossen wurde. Es zeigt einen einsamen Strand, türkisfarbenes Meer und eine junge Frau, die verträumt in die Ferne blickt, dazu der Spruch: „Wo beginnt die Costa Brava?“ Entdeckt haben den Fehler spanische Medien, die seitdem mit Häme über die missglückte Werbeaktion lästern. Die Mitarbeiter des Tourismusbüros geben sich unbeeindruckt und beteuern ihre Unschuld. Von Betrug könne keine Rede sein, heißt es, das Foto sei „symbolisch“ gemeint gewesen. Allerdings räumen sie ein, es manipuliert zu haben, um die Farben des Sandes an die der heimischen Strände anzugleichen. „Bei ihnen ist es dumm gelaufen, sie hatten Pech, dass es aufgeflogen ist. Vergleichbare Fälle dürfte es zu Hunderten in Werbebroschüren geben“, sagt Jürgen Drensek, Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten. Teile der Costa Brava gelten als Hochburgen des Massentourismus. An manchen Stränden ragen Hotelkästen in die Höhe, in der Hochsaison drängen sich die Menschen dort eng an eng in der prallen Sonne. Gerne verbringen dort Schüler ihre Klassen- oder Abschlussfahrten. Wilde Partys und Alkoholexzesse gehören zum Alltag. Mittlerweile ist das falsche Costa-Brava-Foto von der Website verschwunden, und Anna Barceló vom Tourismusbüro erklärt, alle Kataloge seien zurückgezogen worden. Außerdem habe man die Zusammenarbeit mit der verantwortlichen PR-Agentur beendet. „Wir wollten unsere Gäste nicht in die Irre führen“, betont sie. „Wer zu uns kommt, weiß, wie es an der Costa Brava aussieht.“ ube

 

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mare No. 74

No. 74Juni / Juli 2009

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