Reise
Fischer als Touristenattraktion
Die spanische Provinz Galicien hat eine neue Attraktion. Ab diesem Sommer dürfen Feriengäste hautnah dabei sein, wenn einheimische Fischer auf Entenmuschelfang gehen. Von Booten aus kann mitverfolgt werden, wie die Männer bei tosender Brandung die besten Exemplare von den Felsen herunterkratzen. Entenmuscheln gehören zur Familie der Krebse und sind in Spanien eine teure Delikatesse. Die Idee, das gefährliche Spektakel publikumswirksam zu vermarkten, hatte die örtliche Fischereiwirtschaft, die sich davon zusätzliche Einnahmen erhofft. Auch andere Meeresberufe sollen den Besuchern nahegebracht werden. Wer will, kann beispielsweise Muschelsammlerinnen bei ihrer Arbeit begleiten und sich über die Kultivierung von Herz-, Venus- oder Schwertmuscheln informieren. Das Sammeln von Meeresfrüchten ist traditionell Aufgabe der Frauen. Außerdem erklärt ein alter Seemann den Touristen, wie er aus gebrauchtem Holz Reusen für den Fang von Fischen oder Schalentieren herstellt. Und ein Schiffszimmerer zeigt den Bau von Holzbooten. Unterstützt wird das Projekt vom galicischen Fremdenverkehrsamt. röß
Politik
Klimawandel löst Inselstreit
30 Jahre stritten sich Indien und Bangladesch um eine kleine, unbewohnte Insel. Nun hat sich das Problem von selbst erledigt. Das Eiland in der Bucht von Bengalen, das von Indien New Moore Island und von Bangladesch South Talpatti genannt wurde, ist im Meer versunken. Das belegen Satellitenbilder, die Mitarbeiter der Universität Kalkutta ausgewertet haben. Die Felsinsel war gerade 3,5 Kilometer lang und drei Kilometer breit. Zuletzt ragte sie nur noch zwei Meter aus dem Meer. Unwetter, Erosion und vor allem der steigende Meeresspiegel haben sie nun komplett untergehen lassen. Anfang der 1980er Jahre landeten indische Soldaten auf New Moore Island, um die Flagge ihres Landes zu hissen, obwohl auch Bangladesch Ansprüche auf die Insel erhob. „Der Streit war in erster Linie ein öffentlichkeitswirksames Säbelrasseln beider Staaten“, sagt Sanjoy Hazarika vom Centre for Northeast Studies in Neu-Delhi. Noch nicht einmal wertvolle Bodenschätze habe es auf der Insel gegeben. Indien nutzte damals jede Gelegenheit, militärische Stärke zu demonstrieren und Bangladesch einzuschüchtern. Studien zufolge steigt der Meeresspiegel in der Bucht von Bengalen um jährlich fünf Millimeter. Dadurch sind mindestens zehn weitere Inseln bedroht. Bereits 1996 sank die indische Insel Lohachara. Ihre Bewohner mussten damals aufs Festland umsiedeln. muk
Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 80. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.
| Vita | Aus der Redaktion |
|---|---|
| Person | Aus der Redaktion |
| Vita | Aus der Redaktion |
| Person | Aus der Redaktion |