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Energie
Immer der Sonne nach

Bei ihrer Reise um die Welt hat die Crew der „Tûranor PlanetSolar“ mittlerweile mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Ausschließlich von der Kraft der Sonne angetrieben, soll das Boot alle Ozeane überqueren und schließlich nach Monaco zurückkehren, wo es im Herbst 2010 gestartet ist. Kurz vor Redaktionsschluss befand sich das Solarboot nach Angaben der Betreiber in Südostasien. Ziel der Reise sei es, „der Welt zu zeigen, dass Sonnenenergie für alle ist“, sagt der Schweizer Raphaël Domjan, Initiator des Projekts und Co-Skipper an Bord. „Wenn wir damit um die Welt fahren können, kann sie auch jeder jeden Tag zu Hause benutzen.“ Das in Kiel gebaute, 12,5 Millionen Euro teure Schiff ist ein futuristisch anmutender Riesenkatamaran, dessen 500 Quadratmeter großes Deck fast vollständig mit Fotovoltaikmodulen ausgelegt ist. Überschüssige Energie wird in Lithium-Ionen-Akkus gespeichert, damit der Katamaran auch nachts oder bei bewölktem Himmel fahren kann. Umweltschützer begrüßen das Projekt. „Die Erkenntnisse aus dieser Reise könnten für den Yachtbau und die Personenbeförderung mit kleineren Schiffen interessant sein“, sagt etwa Sven Teske von Greenpeace. Die Weltreise führte die Männer an Bord der „PlanetSolar“ zunächst über den Atlantik, den sie in der Rekordzeit von 26 Tagen und 34 Minuten überquerten. Nach Stationen in Miami und beim Weltklimagipfel in Cancún legte das Schiff bei der Pazifiküberquerung die längste Strecke zurück, die je mit einem Solarfahrzeug bewältigt wurde. Das Solarboot wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 nach Monaco zurückkehren. röß


Politik
Piraten immer brutaler

Laut einem Bericht des Internationalen Seefahrtsbüros (IMB) gehen Seeräuber am Horn von Afrika immer brutaler vor und nehmen höhere Risiken in Kauf. Früher konnten Schiffsbesitzer davon ausgehen, dass der gekidnappten Crew kaum etwas passiert. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. „In den vergangenen zwölf Monaten haben Piraten häufiger gezielt Crewmitglieder getötet“, sagt ein Sprecher des Verbands Deutscher Reeder. Statt einfacher Waffen setzen sie inzwischen Panzerabwehrraketen und Schnellfeuerwaffen ein, heißt es in dem IMB-Bericht. Diese Einschätzungen bestätigt Paul Gibbins von Protection Vessels International, einer Sicherheitsfirma aus London, die weltweit Schiffe bei der Passage durch Piratengebiete begleitet. Immer häufiger seien die Seeräuber betrunken oder stünden unter Drogeneinfluss. „Die Angriffe werden gewalttätiger“, sagt Gibbins. Entführte Crewmitglieder müssten im Schnitt etwa sechs Monate ausharren, bis sie befreit würden. „Das führt zu schweren psychischen Traumata.“ Immerhin gibt es einen erfreulichen Trend: Bei Angriffen vor der somalischen Küste und anderenorts sind laut IMB immer seltener Geiseln genommen worden. Ende August hielten somalische Piraten 377 Crewmitglieder auf 19 Schiffen in ihrer Gewalt. Die Bundesregierung will nun möglicherweise private Sicherheitsleute auf deutschen Handelsschiffen einsetzen. Dafür müsste allerdings das Waffengesetz geändert werden. muk


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mare No. 88

No. 88Oktober / November 2011

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