Neuigkeiten aus der Welt der Meere

Von A wie Architektur bis Z wie Zoologie

Freizeit

Schwimmender Wohnwagen

Das Kieler Start-up Sealander bietet seit Kurzem den nach eigenen Angaben ersten serienreifen Schwimmcaravan der Welt an. Der rund vier Meter lange Wohnwagen ist wasserdicht und lässt sich mit einem kleinen Außenborder in eine Miniyacht mit Schlafmöglichkeit verwandeln. Das Zwittermodell ähnelt zwar einem Wohnwagen, doch es gibt einen auffälligen Unterschied: Statt durch eine typische Wohnwagenseitentür steigt man durch die aufklappbare Vorderluke ein. Die zwei gegenüberliegenden Sitzbänke im Inneren verwandeln sich in Schlafgelegenheiten, auch eine Miniküche und eine Toilette sind an Bord. Das Verdeck lässt sich zum Teil aufrollen. Das Basismodell kostet rund 18 000 Euro, mit Außenborder und je nach Ausstattung kommt man auf 25 000 Euro oder noch mehr, was in der Regel günstiger ist, als Wohnwagen und Boot getrennt zu kaufen. Der Sealander wird in Lübesse bei Schwerin gefertigt. 30 Exemplare hat Firmengründer Daniel Straub, 33, bereits verkauft. „Der Sealander spricht Menschen an, die mehr Flexibilität und mehr Freiheiten in ihrer Freizeitgestaltung möchten“, so Straub. Der Schwimmcaravan ist seine Abschlussarbeit an der Muthesius- Kunsthochschule in Kiel. Die anschließende Entwicklung dauerte vier Jahre. „Die größte Herausforderung bestand darin, den technischen Ansprüchen von Wohnwagen und Boot gleichzeitig gerecht zu werden“, sagt Straub. Der Sealander musste beide Zulassungsverfahren durchlaufen, nun hat er ein TÜV- und CE-Siegel. Wer bei einem Außenborder mit maximal 15 PS bleibt, benötigt außerdem keinen Bootsführerschein. muk


Umwelt

Schuh aus Meeresmüll

Adidas hat in New York erstmals einen Schuh präsentiert, dessen Obermaterial aus recyceltem Meeresmüll gefertigt wurde. Die Meeresschutzorganisation Parley for the Oceans hatte dafür Plastikmüll aus Meeren eingesammelt und diesen zu Garn verarbeitet, das für den Schuh verwendet wurde. Von dem Modell gibt es bislang nur zwei Exemplare. Sie sind in zartem Türkis und mit Wellenlinien designt. Von einer Massenproduktion sei man noch weit entfernt, aber der Schuh zeige, welche Richtung Adidas und Parley for the Oceans einschlagen würden, so eine Adidas-Sprecherin. Langfristig wolle man Teile der gesamten Kollektion, also nicht nur Schuhe, mit solch maritimen Recyclingfasern fertigen. Umweltorganisationen wie Greenpeace und der Naturschutzbund (Nabu) nehmen das Projekt zwar wohlwollend zur Kenntnis, betonen aber, dass es das Problem, nämlich den Eintrag von Plastikmüll in die Weltmeere, nicht löse. Seit Jahren forschen Fachleute und Aktivisten an Möglichkeiten, Plastikmüll aus den Meeren ohne großen Umwelteingriff zu sammeln und weiterzuverarbeiten. In Deutschland rief etwa der Nabu die Initiative „Fishing for Litter“ ins Leben: Fischer in Nord- und Ostsee bringen den Müll, der sich in ihren Netzen verfängt, zum Recycling an Land. Eine noch unkonventionellere Idee hat der erst 21-jährige Niederländer Boyan Slate. Er will mit riesigen Fangarmen den Müll oberflächig abfischen und hat dafür per Crowdfunding 2,2 Millionen Dollar eingesammelt. Im kommenden Jahr will er eine Pilotanlage im Pazifik installieren. Bislang gibt es weltweit keine Weiterverarbeitungskapazitäten für große Mengen Plastikmüll aus dem Meer. muk


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mare No. 112

No. 112Oktober / November 2015

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