Neuigkeiten aus der Welt der Meere

Von A wie Architektur bis Z wie Zoologie

Politik

Grenze im Polarmeer

40 Jahre dauerten die Verhandlungen, nun haben Russland und Norwegen ihren Konflikt um den Grenzverlauf in der Barentssee beigelegt. Ein fast 175 000 Quadratkilometer großes Seegebiet bei Spitzbergen wird in nahezu gleichen Teilen den beiden Staaten zugeschlagen. „Wir haben einen Durchbruch in der wichtigsten noch ausstehenden Frage zwischen Russland und Norwegen erzielt“, sagte der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dimitri Medwedew. Vor allem Moskau hatte in der Vergangenheit die Verhandlungen immer wieder blockiert. „Russlands Kompromissbereitschaft kam für alle Beteiligten überraschend“, sagt Stefan Meister, Russlandexperte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin. „Der Schritt auf Norwegen zu soll sicherlich auch ein Zeichen an Europa sein, dass Russland verhandlungsfähig ist.“

Hintergrund des Konflikts ist das Rennen um die Bodenschätze der Arktis. Fachleute vermuten im Polarmeer bis zu 30 Prozent der weltweiten Öl- und Gasvorkommen. Jedes Küstenland hat Anspruch auf ein Gebiet, das sich bis zu 370 Kilometer vor seiner Kontinentalplatte ausdehnt. Weist es nach, dass sich seine Landmasse unter Wasser noch weiter fortsetzt, kann es die Ausdehnung der Wirtschaftszone beantragen. Die Anrainer des Nordpols – Kanada, USA, Dänemark, Norwegen und Russland – wollen solche Anträge bei den Vereinten Nationen stellen. Um deren Experten zu überzeugen, müssen die Regierungen aufwendig erstelltes Kartenmaterial vorlegen. Anfang August schickten Kanada und die USA daher eine Expedition ins Nordpolarmeer, um die äußersten Enden der Kontinentalplatten vermessen zu lassen. Ende Juli war bereits ein russisches Vermessungsteam vor Ort. muk

Kultur

Surfer als Künstler

Drei Männer aus der internationalen Surferszene machen derzeit mit ungewöhnlichen Kunstobjekten auf sich aufmerksam. Xandi Kreuzeder aus Deutschland, João Parrinha aus Portugal und Luis de Dios aus Spanien nennen sich „Skeleton Sea“ und verwenden für ihre Installationen ausschließlich Strandgut und Müll, der vom Meer angespült wurde. „Früher war das Meer nur ein riesiges Fitnesscenter für uns Surfer“, sagt der frühere Windsurfprofi Kreuzeder, „aber das hat sich geändert. Heute engagieren sich viele für den Umweltschutz.“ Die Idee kam den drei Sportlern während eines Surfcamps auf den Azoren, wo der Strand übersät war mit Strandgut. „Wir waren fasziniert von dem Müll und fingen sofort an, kleine Skulpturen zu bauen“, sagt Kreuzeder. Inzwischen sammelt das Trio bei Strandreinigungsaktionen weltweit das nötige Material, egal ob verrostete Öldosen, Elektroschrott oder Treibholz. Während eines Sommers kamen beispielsweise 250 Flipflop-Strandschuhe zusammen. Aus ihnen entstand ein mehr als zwei Meter langer Flipflop-Fisch. Jedes Objekt habe seine eigene Botschaft, betont Kreuzeder. So solle die Flipflop-Skulptur auf die drohende Überfischung der Weltmeere aufmerksam machen. Das Interesse an der Strandgutkunst ist groß. In diesem Jahr stellen die drei Surfer ihre Werke in mehreren Aquarien und auf Surffestivals aus. Inzwischen bietet „Skeleton Sea“ sogenannte „Surf & Art“-Camps an: vormittags Wellenreiten, nachmittags Kunst machen. muk

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 82. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 82

No. 82Oktober / November 2010

Aus der Redaktion

Aus der Redaktion

Mehr Informationen
Vita Aus der Redaktion
Person Aus der Redaktion
Vita Aus der Redaktion
Person Aus der Redaktion
Suchmaschine unterstützt von ElasticSuite