Universität Hamburg und andere
Fischfang auf der Kippe
Die Erwärmung der Meere setzt viele Fischarten unter Druck. Forscher befürchten, dass die Meeresökosysteme irgendwann Kipppunkte erreichen, an denen die Veränderungen durch den Klimawandel so stark sind, dass es kein Zurück mehr gibt. In Norddeutschland sind deshalb gleich drei neue Forschungsprojekte ge- startet, in denen Wissenschaftler von mehr als zehn Instituten drei Meeresgebiete miteinander vergleichen: die Nordsee, die Ostsee und den Humboldtstrom vor Peru. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Arbeit mit 1,8 Millionen Euro. „Wir haben jeweils unterschiedliche Fischarten und Lebensräume im Blick und wollen so herausfinden, ob es Gemeinsamkeiten gibt, die uns künftig wichtige Hinweise auf Kipppunkte geben könnten“, sagt Christian Möllmann, Fischereibiologe an der Universität Hamburg, der an allen drei Projekten beteiligt ist. Sorge bereitet ihm etwa, dass in der westlichen Ostsee derzeit die Bestände von Dorsch und Hering kollabieren. Die Ursachen sind noch unklar. Der nährstoffreiche Humboldtstrom wiederum könnte durch veränderte Meeresströmungen beeinträchtigt werden. An den Projekten sind auch Nichtregierungsorganisationen und Fischereiverbände beteiligt. Möllmann: „Gemeinsam wollen wir herausfinden, wie man das Fischereimanagement anpassen muss, wenn sich die Ökosysteme verändern.“
Niederländisches Institut für Meeresforschung, Texel
Neue Dünen für die Küsten
In der Vergangenheit wurden Dünen an vielen Küsten der Welt durch Baumaßnahmen zerstört. Damit ging ein natürlicher Küstenschutz verloren. Die Versuche, die Dünen wiederherzustellen, scheitern oft, weil Wellen die Dünenpflanzen freispülen und den Sand abtragen. Niederländische Forscher haben jetzt herausgefunden, wie sich der Bau von Dünen verbessern lässt. Offenbar wird die Gestalt und Haltbarkeit von Dünen ganz entscheidend von der wichtigsten Dünenpflanze, dem Strandhafer, beeinflusst. Für ihre Studie verglichen die Experten des Niederländischen Instituts für Meeresforschung mit Hauptsitz auf Texel den europäischen Gewöhnlichen Strandhafer mit dem verwandten Amerikanischen Strandhafer. In Europa erreichen mit Strandhafer bepflanzte Dünen eine Höhe von zwölf, in den USA hingegen nur sechs Meter. Eine wesentliche Rolle spielt das Wurzelwerk unter dem Sand. Der europäische Strandhafer bildet zunächst viele kleine Tochterpflanzen, die eng beieinander wachsen. Erst dann bildet er mehrere Meter lange Ausläufer, an deren Ende sich erneut Gruppen von Pflanzen bilden. Die amerikanische Art dagegen entwickelt nur kurze Wurzelausläufer. Über die Düne verteilen sich so viele kleine Gruppen, was zu flachen, breiten Dünen führt. Die Forscher empfehlen, die Wachstumsstrategien beim Bepflanzen neuer Dünen zu berücksichtigen.
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