Ist das Meer wirklich blau?
Holger Kuhlmann, Bremen
Dass Meere als blau wahrgenommen werden, liegt an der Wechselwirkung der Wellenlänge des Lichts mit Wassermolekülen. Die Farben entstehen, wenn aus dem weißen Licht bestimmte Wellenlängen herausgefiltert werden – zum Beispiel durch Streuung oder Absorption an Wassermolekülen mit zunehmender Tiefe. Es wechselwirken elektromagnetische Strahlung – das Licht – mit Atomen oder Molekülen, also Wasser. Je tiefer das Wasser, desto blauer scheint es. Das liegt daran, dass Wasser erst die roten, dann die grünen Farbanteile des Lichts verliert. Übrig bleibt Blau. Tiefer als etwa 200 Meter dringt das Sonnenlicht übrigens nicht durch Wasser. Auch die Reflexion des Himmels spielt eine Rolle. Je nach Dichte der Wolkendecke scheint die Wasseroberfläche blau oder grau zu sein. Blau ist aber nicht gleich blau – vom Flugzeug aus etwa oder auch schon von einer Klippe werden die Schattierungen in Blau- und Grüntönen deutlich. Das wiederum hängt mit der Tiefe des Wassers und den Schwebstoffen zusammen. So kann eisenhaltiges Wasser auch rot sein. Trägt ein Fluss zum Beispiel Sedimente ins Meer, sieht man das an der Braunfärbung. Plankton als Schwebstoff lässt das Wasser grün, zusammen mit einem kalkigen Meeresboden türkis scheinen.
Was bedeutet die Bezeichnung „marines globales Förderband“?
Markus Schaan, Kruft
Den Begriff prägte der im Februar verstorbene US-Ozeanograf Wallace „Wally“ Broecker. Gemeint sind damit Meeresströmungen, die sich durch Atlantik, Pazifik, Indik und Antarktischen Ozean schlängeln. Verantwortlich dafür sind Temperatur und Salzgehalt des Wassers. Sie erzeugen die thermohaline Zirkulation: Im Nordatlantik sinkt kaltes, salziges, also schweres Wasser nach unten, wodurch wärmeres Wasser aus dem Süden nachfließt und so das Förderband antreibt. Der Gürtel schlängelt sich als Tiefenwasser vom Atlantik durch Antarktis und Indischen Ozean zum Nordpazifik. Hier erwärmt sich das Wasser und fließt wieder zurück. Nach Broeckers Überlegungen tragen die Strömungen dazu bei, das globale Klima zu regulieren. Er deutete früh darauf hin, dass das Förderband die „Achillesferse des Klimasystems“ sei und es sich innerhalb von Jahrzehnten ändern könne, auch durch menschliche Einflüsse. Eine Erwärmung vor allem der Nordhemispäre könnte zu einem zunehmenden Süßwassereintrag durch das Schmelzen des Grönlandeises führen und so das Förderband abschwächen. Broecker sagte 1975 erhöhte CO2-Werte in der Atmosphäre für 2010 sowie den Klimawandel vorher und gilt als Erfinder des Begriffs „globale Erwärmung“.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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