Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Gibt es als Gegenstück zum Nordlicht eigentlich auch ein Südlicht?
Bernd Lubetzki, Hamburg


Nordlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds auf Gasteilchen in der Atmosphäre treffen und sie zum Leuchten anregen. Der Sonnenwind, der mit 400 bis 800 Kilometern pro Sekunde durch den Weltraum fegt, wird vom Erdmagnetfeld abgebremst und teils um die Erde herumgeleitet, teils zu den Polen hin abgelenkt. Dies geschieht auf der Nordhalbkugel wie auf der Südhalbkugel. Es existiert also auch ein Südlicht, Aurora australis genannt, entsprechend der Aurora borealis, dem Nordlicht. Üblicherweise spricht man allgemein von Polarlichtern, doch in der Umgangssprache hat sich das Wort Nordlicht durchgesetzt, was auch daran liegen dürfte, dass sehr viel mehr Menschen in den Genuss kommen, ein Nordlicht zu sehen als ein Südlicht. Zu den wenigen Glücklichen gehören auch die Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), die in der Neumayer-Station in der Antarktis überwintern. So schreibt ein Überwinterer im AWI-Blog: „Es hatte etwas Unwirkliches und Außerirdisches, dort mitten in der Eiswüste zu stehen und Zeuge dieser fabelhaften Lichtshow zu sein."

Welchen Wert haben Meeresschutzgebiete wie das bei Abra de Ilog auf der philippinischen Insel Mindoro für die Regenerierung von Fischgründen?
Paul Müller, per E-Mail


Laut dem Umweltprogramm der UNO sind bisher knapp zwei Prozent der Ozeane als Schutzgebiete ausgewiesen. Die derzeit knapp 6000 Meeresschutzgebiete (Marine Protected Areas, MPAs) bedecken etwa vier Prozent der Küstenmeere und weniger als ein Prozent des offenen Ozeans. Generell gilt, dass Fischbestände von großen Schutzgebieten mehr profitieren als von kleinen, ein effektives Management vorausgesetzt. „Daher wird die Ausweisung kleiner Schutzgebiete wie bei Abra de Ilog häufig kritisch hinterfragt", sagt Meeresökologe Tim Packeiser vom WWF, der selbst auf den Philippinen gearbeitet hat. „Allerdings gibt es Beispiele von relativ kleinen MPAs in tropisch-subtropischen Regionen, in denen dennoch die Anzahl und Größe der Fische nach der Unterschutzstellung deutlich angewachsen ist. So können lokale Fischer von deren Wert überzeugt werden, was einer späteren Ausweitung dienlich ist." Im Rahmen der Biodiversitätskonvention hat sich die Staatengemeinschaft darauf verständigt, bis 2020 mindestens zehn Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen. Ob dies reicht, damit Fischbestände sich erholen können, bleibt dahingestellt. Entscheidend wird sein, inwieweit deren wesentliche Lebensräume wie Laich- und Nahrungsgebiete unter effektiven Schutz gestellt werden.

 

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 98. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 98

No. 98Juni / Juli 2013

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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