Warum haben Fische in der Tiefsee Augen, obwohl es dort stockdunkel ist?
Frage beim Empfang des Wissenschaftsrats MARUM
Sonnenlicht dringt nicht tief in den Ozean ein. Daher ist Algenwuchs auf die oberen 100 Meter begrenzt. Restlicht zum Sehen zumindest von Hell-Dunkel-Umrissen reicht für die empfindlichen Augen einiger Tiefseetiere noch 1000 bis 2000 Meter tief. Doch darunter ist es absolut dunkel – es sei denn, die Tiere machen selbst Licht. Für die Partnersuche und das Locken von Beute ist Licht ein wichtiges Hilfsmittel. Daher haben viele Tiere der Tiefsee dennoch Augen, auch wenn es dort meist stockdunkel ist. „Diese Biolumineszenz ist ein wichtiges Signal und scheint der Grund, dass einige Arten sogar besonders große Augen entwickelt haben“, sagt die Bremer Meeresbiologin Antje Boetius. Doch die Anpassung ist vielfältig – bei vielen Tiefseearten sind die Sehorgane daher verkümmert oder ganz zurückgebildet, so wird Energie gespart. Unklar ist noch, so die Forscherin, warum viele Tiefseearten bunt sind, auch wenn ihre Färbung wohl kaum wahrgenommen wird. Einen interessanten Umstand stellte Boetius bei ihrer Arbeit mit Tauchrobotern fest: Nur bei wenigen Arten gibt es eine Reaktion, wenn die Scheinwerfer der Roboter eingeschaltet werden. Offenbar nehmen die Tiere das Kunstlicht nicht als Bedrohung wahr.
Was bedeutet die Bezeichnung „Pfahlzug“ bei Hochseebergungsschleppern?
Fritz Wehrkamp, Bad Rothenfelde
Die Bezeichnung Pfahlzug bezieht sich auf die Zugkraft, die ein Schlepper aufbringen kann, wenn er sich nicht durch das Wasser bewegt; in der Fachsprache heißt das „bei stillstehender Wassersäule“. „Vor allem bei großen Schiffen ist der Pfahlzug bedeutsam“, sagt Albrecht Sauer vom Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. „Das Wetter ist schlecht, die Technik versagt – da sind schon erhebliche Kräfte erforderlich, um ein Schiff gegen Wind und Strömung aus der Gefahrenzone zu schleppen.“ Großschlepper verfügen über einen Pfahlzug von bis zu 200 Tonnen; sie könnten, weil große Schlepper große Schiffe abschleppen, mit eben dieser Kraft ziehen. Auch bei geringer Geschwindigkeit können sie eine starke Zugkraft haben. Aber wie funktioniert das? Wird der Pfahlzug getestet, sprudelt am Schlepperheck das Wasser – die Schraube bewegt sich also. Das Schiff aber liegt still im Wasser, die Kraft überträgt sich stattdessen auf eine Winde an Deck, die das über ein Seil verbundene zweite Schiff zieht. Schlepper haben eine speziell für diesen Zweck konstruierte Schiffsschraube. Wichtig dafür ist nicht nur der Durchmesser, sondern auch der Tiefgang, denn nur so kann ausreichend hoher Schub mit der Schraube erzeugt werden. Für jedes Schiff wird der Pfahlzug eigens berechnet und getestet.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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