Leser fragen mare

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Wie gefährlich ist Eisansatz an Schiffen?
G. Lenssen, per E-Mail

Im Januar 1955 stampfen die britischen Trawler „Lorella“ und „Roderigo“ nördlich von Island durch einen eisigen Orkan. Spritzwasser gefriert und bedeckt die Schiffe bald mit eisigen Panzern. Sie bekommen Schlagseite und kentern. 40 Seeleute verlieren ihr Leben. „Tonnenschwerer Eisansatz kann, je nach Schiffsgröße, zu erheblichen Stabilitätsproblemen führen“, sagt „Polarstern“-Kapitän Uwe Pahl. Allerdings hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation inzwischen die sogenannten Torremolinos-Regularien verabschiedet, mit denen die Sicherheitsstandards bei Fischereifahrzeugen laufend verbessert werden. Das Regelwerk beinhaltet unter anderem einen Zuschlagsfaktor für Eisansatz, der bereits beim Bau der Schiffe berücksichtigt wird. Seeleute unterscheiden zwischen Schwarzem Frost und Weißem Frost. Letzterer ist weitaus häufiger und entsteht durch gefrierendes Spritzwasser. Da dieses salzhaltig ist, entsteht relativ mürbes Eis, das sich leichter abschlagen lässt als der Weiße Frost, der sich bildet, wenn salzfreier Seerauch, Nebel oder Regen zu einer äußerst harten Eisschicht gefrieren. „Auf der ,Polarstern‘ beheizen wir in solch kritischen Situationen Arbeitsdeck, Reling und Lukensülls, um die Sicherheit von Schiff und Besatzung zu garantieren“, sagt Kapitän Pahl.


Woher weiß man, dass es in der Erdgeschichte schon zu Ozeanversauerungen kam?
Herbert Stein, per E-Mail

Schon in der Schule lernen wir, wie sich der Säuregrad einer wässrigen Lösung, ihr pH-Wert, bestimmen lässt. Der Test mit Lackmuspapier zeigt, ob eine Probe sauer (rot) oder basisch (blau) ist. Will man den pH-Wert prähistorischer Ozeane herausfinden, muss man einen Umweg über andere messbare Parameter, sogenannte Proxys, gehen. Solch ein Proxy für die Abschätzung früherer pH-Werte findet sich in Karbonatablagerungen im Meeresboden. Winzige Organismen bauen unter anderem das Spurenelement Bor in ihre Kalkschalen ein. „Mit den Schalen bleibt auch das Verhältnis der Borisotope – das sind Boratome mit jeweils unterschiedlichem Gewicht – konserviert. Und dieses Verhältnis wird unter anderem vom pH-Wert gesteuert“, erklärt Simone Kasemann, Professorin an der Universität Bremen. „Wir messen das Isotopenverhältnis und können so den pH-Wert abschätzen, der im Meerwasser zu der Zeit vorherrschte, als die Kalkschalen entstanden.“ So konnten die Forscherin und ihre Kollegen kürzlich eine Ozeanversauerung vor etwa 250 Millionen Jahren beweisen, die damals mitverantwortlich für das Aussterben von etwa 90 Prozent aller Arten im Meer war.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 110. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 110

No. 110Juni / Juli 2015

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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