Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Was ist eigentlich eine Schillerlocke?
Jürgen Mürlebach, Wuppertal

Goldblond und gekräuselt liegt sie im Fischtresen - Delikatesse für die einen, ökologisch unverantwortlich für die anderen. Denn: Schillerlocken sind die geräucherten Bauchseiten des Dornhais, und dessen Bestände sind inzwischen so überfischt, dass immer mehr kleine, vor allem unreife Dornhaie gefangen werden. Für die Fischverarbeiter heißt das, dass sie immer häufiger zwei Seiten zusammendrehen müssen, um eine Locke zu bekommen. Schlimmer sind jedoch die Auswirkungen auf die Bestände: Im Gegensatz zu Fischen werden Haie spät geschlechtsreif und bringen nach langer Tragzeit (im Fall des Dornhais 22 Monate) nur wenige Junge zur Welt. Ihre Zahl nimmt rapide ab, denn zu viele werden vor der Fortpflanzung gefangen. Ihren Namen haben die Köstlichkeiten übrigens von einer Imagekampagne: Hai hatte früher einen noch schlechteren Ruf als heute und war daher als Speisefisch wenig geschätzt. Da kam man schlicht auf die Idee, die Ähnlichkeit mit der Haarpracht des großen Dichters zu nutzen, und schon war die Schillerlocke in aller Munde (mare No. 14).


Gibt es den „grünen Blitz", von dem Seefahrer berichten?

Marcel Schröder, Bremen

„Gibt es ein Grün im Paradies, dann kann es kein anderes als dieses sein, das wahre Grün der Hoffnung", beschrieb schon Jules Verne diese Himmelserscheinung. Nur selten ist sie zu sehen, denn die klare und saubere Luft und den freien Blick auf den Horizont hat man nur auf dem Meer oder aus großer Höhe. Die Lichtstrahlen der auf- und untergehenden Sonne werden durch den langen Weg durch die Atmosphäre am stärksten durch die Luftmoleküle beeinflusst. Das weiße Licht der Sonne wird dabei je nach Frequenz unterschiedlich gebrochen und kurz über dem Horizont aufgespalten. Eigentlich gibt es daher sogar blaue, rote und grüne Blitze. Das blaue Licht wird jedoch durch Unreinheiten fast immer so stark gestreut, dass es das Auge des Betrachters nicht erreicht. Der grüne Blitz hingegen kann bis zu wenige Sekunden lang mit dem bloßen Auge erfasst werden. Der rote Blitz ist zu diesem Zeitpunkt schon hinter dem Horizont verschwunden. Übrigens wurde dieses Phänomen auch schon bei Mond und Venus beobachtet. Weitere Erklärungen und Simulationen finden Sie unter www.meteoros.de oder unter http://mintaka. sdsu.edu/GF (in Englisch).


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 49. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 49

No. 49April / Mai 2005

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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