Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Woher kommt das rätselhafte Knistern, das man bei Segeltörns häufig nachts am Schiffsrumpf hört?
Andrea Wanke, Tübingen

„Und dann im Abendrot / mach ich das Abendbrot / auf unserem Segelboot“, und das ist wunderbar – still. Doch vor allem in warmen Gewässern ist es mit der Ruhe in der Koje oft vorbei. Es knistert und knackt ohne Unterlass, verstärkt durch die Resonanz des Schiffsrumpfs. Kein friedliches Unterwasserkonzert ist hier zu hören, sondern das Ballern der Pistolenkrebse, die ihr Abendbrot jagen. Die kleinen Krustentiere schnappen ihre vergrößerte Schere so schnell zu, dass ein Wasserstrahl mit bis zu 90 km/h hervorschießt. Dabei reiben die Wasserpartikel so stark aneinander, dass sie sich auf über 4500 Grad Celsius erhitzen. Das Wasser verdampft, und eine Luftblase bildet sich. Diese implodiert dann mit einem Knall, der so laut ist, dass schon mancher Skipper davon heftig erschreckt wurde. Ihre Beute lähmen oder töten die Krebse mit Strahl und Knall regelmäßig – immerhin sind sie dabei etwa so laut wie ein Düsenflugzeug. Doch nicht nur die Krebse lärmen im Meer, auch drei Viertel aller Fische geben Laute von sich, die von Türknarren bis zu Trommelsalven reiche Klangfarben haben und schon viele Unterwasserlauscher verwirrt haben. Sie finden das unglaublich? Horchen Sie mal unter http://dosits.org/gallery/intro.htm.


Wie passen sich Tintenfische und Plattfische ihrer Umgebung am Meeresboden an?

Detlef Kjer du Vinage, per E-Mail

So manches Mal möchte man einfach mit dem Hintergrund verschmelzen und unsichtbar werden. Für uns ist das leider nicht möglich, doch im Tierreich ist die Fähigkeit, die Farbe zu wechseln, weit verbreitet. Säugetiere und Vögel ändern über Fell- oder Federwechsel im Lauf des Jahres ihre Farbe. Echsen, Frösche, Fische, Spinnen, Käfer und Tintenfische und andere hingegen wechseln ihre Farbe innerhalb von Minuten oder sogar Sekunden. Sie tarnen, flirten oder drohen. Plattfische passen sich dem Untergrund, auf dem sie liegen, so gut an, dass sie sogar ein Schachbrettmuster nachbilden können – nicht perfekt, aber erkennbar. Die Umgebungsfarbe nehmen sie dabei zwar über das Auge wahr, aber die Verarbeitung erfolgt nicht bewusst. Die Farbsignale lösen hormonelle Prozesse aus, die dazu führen, dass sich Farbzellen in der Haut erweitern oder verengen und somit ähnliche Muster erzeugen, wie sie sich dem Auge darbieten. Dies dauert bis zu 15 Minuten. Tintenfische können dies innerhalb Sekundenbruchteilen, da sie ihre Farbzellen über Muskeln kontrollieren. So können sie unterschiedliche Muster auf einmal zeigen. Praktisch, wenn man zwischen Angebeteter und Rivale schwimmt: links flirten, rechts drohen.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 60. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 60

No. 60Februar / März 2007

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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