Wie viel Wasser ist eigentlich im Meer?
Ariane und Ralf Podewski, Königswinter
Eine Milliarde dreihundertsiebzig Millionen dreihundertdreiundzwanzigtausend Kubikkilometer – diese wahrhaftig unvorstellbare Menge Salzwasser ist in den Weltmeeren gespeichert, knapp 1,4 Milliarden Kubikkilometer also. Wäre die Erde eine Scheibe, würden die salzigen Wassermassen eine 2686 Meter dicke Schicht ergeben. Würde man das auf den Kontinenten und in der Atmosphäre zirkulierende Süßwasser noch hinzurechnen, stiege der Wasserspiegel noch einmal um mehr als 60 Meter. Die Weltmeere sind im Schnitt 3729 Meter tief. Der durchschnittlich 3332 Meter tiefe Atlantische Ozean fasst rund 355 Millionen Kubikkilometer Salzwasser, der im Mittel 4028 Meter tiefe Pazifische Ozean mehr als doppelt so viel. Randmeere – wie zum Beispiel die Ostsee mit ihren mickrigen 21 631 Kubikkilometer Wasser – fallen dagegen kaum ins Gewicht. Interessant ist dabei, dass nicht alles Salzwasser frei in den Ozeanen strömt. Etwa ein bis zwei Prozent des Meerwassers zirkulieren in der Ozeankruste. An Mittelozeanischen Rücken und in anderen vulkanisch geprägten Regionen wird dieses Wasser auf mehrere hundert Grad aufgeheizt, ehe es, zum Beispiel durch Schwarze Raucher, in den freien Ozean zurückströmt.
Welche ist die längste Flussinsel Europas?
Lutz Rode, Osterholz-Scharmbeck
Wer im Internet nach der längsten Insel eines tidenabhängigen Flusses in Europa sucht, stößt auf viele Einträge, die dem bei Brake liegenden Eiland Harriersand gewidmet sind. Noch vor 100 Jahren bestand Harriersand aus sieben kleineren Inseln. Zwischen 1924 und 1932 wurde die Unterweser jedoch zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut. Die sieben Inselchen wurden zum Harriersand vereinigt, dessen elf Kilometer Länge ihm zu dem Titel „Längste Flussinsel Europas“ verhalfen. Freilich schmücken sich auch einige andere Eilande mit derartigen Superlativen. Die Wilhelmsburger zum Beispiel sagen von sich, ihr Stadtteil sei nicht nur der flächenmäßig größte von Hamburg, sondern zugleich auch die längste und größte Flussinsel in Europa, mit nämlich 13 Kilometer Länge und einer Fläche von 35 Quadratkilometern, die von der Norder- und Süderelbe umschlungen sind. Die Große Schüttinsel, eine Gruppe von Inseln zwischen der Donau, der Kleinen Donau und der Waag im Südwesten der Slowakei, und die Insel Balta Ialomitei in der rumänischen Donau balgen sich mit 85 und 75 Kilometer Länge ebenfalls nicht ohne Berechtigung um den Titel, sind aber nicht von den Gezeiten beeinflusst. Winzig sind sie dagegen alle, wenn man nach Südamerika schaut. Die Ilha de Marajó ist unbestritten die größte Flussinsel der Welt. Sie liegt im Delta des Amazonas, und mit ihren insgesamt 47 573 Quadratkilometern Fläche fasste sie bequem die Schweiz, und für das dänische Seeland wäre auch noch genug Platz.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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