Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Warum können Strandkrabben sowohl im Wasser als auch an Land atmen und überleben?
Christine Amie, Karlsruhe

Einmal auf dem Meeresboden spazieren gehen – dank Ebbe und Flut ist das an der Nordsee kein Problem. Doch der rhythmische Wechsel der Gezeiten stellt Tiere und Pflanzen des Wattenmeers vor große Herausforderungen: Salzgehalt und Temperaturen schwanken mit der Wasserbedeckung. Die Bewohner der Gezeitenzone haben ausgefeilte Überlebensstrategien entwickelt, um mit diesem abwechslungsreichen Lebensraum klarzukommen. Strandkrabben besitzen wie viele Meeresbewohner ausschließlich Kiemen zum Atmen, und doch kann ihnen die mehrstündige Trockenheit kaum etwas ausmachen. Durch einen Trick behalten sie immer eine kleine Menge Wasser in ihren Kiemenhöhlen zurück, und mit ihren Kieferwerkzeugen, den sogenannten Scaphognathiten, erzeugen sie einen Wasserstrom, bei dem der Vorrat immer wieder mit Sauerstoff aus der Umgebung angereichert wird. So geht ihnen bis zur nächsten Flut nicht die Luft aus.


Lassen sich in der Tiefsee der Antarktis die Wirkungen menschlichen Handelns beobachten?

Detlef Thiessen, Hamburg

Menschliche Einflüsse sind auch in entlegenen Regionen sichtbar, selbst dort, wo man sie nicht erwartet, in mehreren hundert oder gar tausend Meter Wassertiefe. Tauchen Forschende mit einem ferngesteuerten Roboter in die Tiefsee, dann sehen sie nicht nur Schwarze Raucher, sondern auch am Boden liegenden Müll. „Es gibt kleine Plastikteile, wir haben auch schon Weinflaschen gesehen, die von einem Schiff stammen müssen. Alles, was ins Wasser fällt – auch ungewollt –, sinkt langsam in die Tiefsee“, hat Katrin Linse vom British Antarctic Survey beobachtet. Sie war zuletzt mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ im Südlichen Ozean. Rund um die Südsandwichinseln, eines der Zielgebiete der Fahrt, werde auch gefischt. Möglich also, dass Langleinen und Fischernetze sich lösen, verloren gehen und dann auf den Meeresgrund sinken. Weltweit komme der größte Teil des Abfalls und des Plastiks aber nicht von Schiffen, sondern von Land. Im Wasser wird der Abfall in kleinere Teile zersetzt. Sie sacken ab und werden von Strömungen dann in auch entlegene Tiefseeregionen gespült, auch in die Antarktis. Dort gibt es nur Forschungsstationen, die Verschmutzung mit Plastikabfall von Land ist vergleichsweise gering und die Abfallentsorgung streng geregelt. Unsichtbar für das Auge ist Mikroplastik, das auch in Duschgel und Shampoo enthalten ist, von deren Existenz in der Tiefsee Katrin Linse überzeugt ist.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 136. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 136

No. 136Oktober / November 2019

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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