Leser fragen mare

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Wie kommt es, dass unter Schutz gestellte Seepferdchen an der Nordsee getrocknet als Souvenir verkauft werden?
Martina Bromba, Dortmund

In den Souvenirläden der Küstenorte finden sich vermutlich mehr Seepferdchen
als in der Nordsee selbst. Die dortigen Bestände wurden in den dreißiger Jahren fast vollständig hinweggerafft, als eine Pilzinfektion jene Seegrasbestände vernichtete, in denen die Seepferdchen lebten. Heute sind auch die zahlreicheren Bestände in südlicheren Breiten
bedroht. Überfischung und die Zerstörung ihres Lebensraums setzen den Seepferdchen zu. Daher unterliegt der Handel mit allen 33 Arten der Gattung Hippocampus, wie Seepferdchen
zoologisch heißen, nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen besonderen Beschränkungen. Lebende oder tote Seepferdchen können nicht ohne Genehmigung des Importlands in die Europäische Union eingeführt werden. Die zuständige Behörde prüft dann, ob die Population im Herkunftsland den Verlust einiger Exemplare verschmerzen kann. Nur wenn eine Art besonders stark gefährdet ist, verhängt die EU ein vollständiges Einfuhrverbot.
2007 wurden übrigens 2050 Seepferdchen nach Deutschland eingeführt, Herkunft: Brasilien und Sri Lanka. Getrocknete Seepferdchen sind also nicht nur ein makabres, sondern auch ein exotisches Souvenir.

Warum ist es so schwierig, den Anstieg des Meeresspiegels zu berechnen?
Klaus Peter Urbach, Hamburg

Würde man die Meeresoberfläche aus dem All betrachten, würde sie einer verbeulten Blechdose gleichen. Wellen, Gezeiten, Hoch- und Tiefdruckgebiete, Strömungen, Wassertemperaturen – sie alle beeinflussen die Höhe des Meeresspiegels, der keineswegs überall auf der Welt bei Normalnull liegt. Auch Unterschiede in der Topografie des Meeresbodens und der Dichte der Ozeankruste sorgen dafür, dass der Meeresspiegel
an manchen Stellen Hügel, an anderen Dellen hat. Die genannten Gründe führen auch dazu, dass der Meeresspiegel nicht überall gleichmäßig steigt. Regionale Wasserstände misst man mit Gezeitenpegeln, die die Höhe des Meeresspiegels relativ zu einem festen Punkt an Land erfassen. Doch auch das Land bietet keinen absoluten Fixpunkt.
So sind als Folge der nacheiszeitlichen Gletscherschmelze für nördliche Küsten der Ostsee Landhebungen nachgewiesen, während sich zum Beispiel die Lübecker Bucht absenkte. Satellitenmessungen bieten nur bedingt einen Ausweg. Sie können die Höhe des Meeresspiegels nur auf einige Zentimeter genau messen. Der Anstieg von 3,1 Millimetern, der für 2007 ermittelt wurde, ist daher ein Mittelwert aus täglich etwa einer Million Einzelmessungen.

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 71. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 71

No. 71Dezember 2008 / Januar 2009

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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