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Ist das ungeschriebene Gesetz der Seefahrt „Frauen und Kinder zuerst“ nach Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes von 2006 noch gültig?Gabriele Wittstock, Magdeburg

Historisch gewachsene Konventionen der Seefahrt mit kodifiziertem Recht in Beziehung zu setzen heißt, Äpfeln mit Birnen zu vergleichen. Dies ist der Grund, weshalb Justiz-, Familien- und Verkehrsministerium zunächst einmal abwinkten, als sie mit dieser Frage konfrontiert wurden. Fest steht, dass das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen keine Verpflichtung enthält, bei der Evakuierung von Schiffen eine bestimmte Reihenfolge – also etwa Frauen und Kinder zuerst – einzuhalten. Inwieweit die Regel, die der britische Marineoffizier Alexander Seton 1852 an Bord der vor Südafrika gesunkenen „Birkenhead“ begründete (mare No. 41), in der Vergangenheit tatsächlich befolgt wurde und ob sie heute noch eine Rolle spielt, ist ungewiss. Andererseits hat ein Kapitän Polizeibefugnisse an Bord. Unter Umständen kann er sich im Seenotfall gezwungen sehen, Teile der Besatzung, darunter auch Frauen und Kinder, zuerst zu evakuieren, um dann Schiff und Ladung mit einer erfahrenen Restcrew zu retten. „Bei Gefahr im Verzug muss ich möglicherweise Entscheidungen treffen, die über das Gleichbehandlungsgesetz hinausgehen“, sagt Kapitän Michael Ippich von der Reederei RF Forschungsschiffahrt in Bremen. Das schließt natürlich nicht aus, dass vorsorglich eine Ärztin oder Krankenschwester an Bord bleibt.


Warum hat der Blasentang Blasen?
Ulrike Lichtenberg, Tübingen

Schleimig, zäh, braun und voller Blasen – so sieht der Blasentang aus, eine von etlichen Braunalgenarten, die auch an den Küsten von Nord- und Ostsee zu finden sind, beispielsweise auf der Felseninsel Helgoland. Mit ihrer Haftscheibe klammert sich die bis zu 30 Zentimeter lange Alge auf Felsen, an Muschelbänken, Steinen, Hafenanlagen und Molen fest. Wie alle Pflanzen bezieht der Blasentang seine Energie aus dem Sonnenlicht. „Dafür ist es nötig, dass er nicht flach am Meeresboden liegt, sondern aufrecht im Wasser steht“, erklärt Inka Bartsch, Biologin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Für den dazu notwendigen Auftrieb sorgen glatte, gasgefüllte Blasen, die entlang des Stängels verteilt sind. Jeweils im Frühjahr bildet sich links und rechts am Stängel je eine neue Blase. So lässt sich das Alter einer Alge recht einfach anhand der Blasenpaare abzählen. Andere, warzig-blasige Strukturen, die im Sommer am Ende der Blätter gebildet werden, enthalten die männlichen und weiblichen Reproduktionsorgane. Die männlichen Spermatien treten durch Poren aus und befruchten benachbarte weibliche Pflanzen.

 

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  mare No. 72

No. 72Februar / März 2009

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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