Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Was wird derzeit getan, um die Verschmutzung der Meere mit Plastikabfällen einzudämmen?
Klaus Hoffmann, Leutkirch

299 Millionen Tonnen Kunststoffartikel werden derzeit alljährlich produziert, Tendenz: steigend. Davon landen vermutlich etwa zehn Prozent in den Ozeanen. Organisationen wie die US-amerikanische Ocean Conservancy versuchen, mit dem internationalen Coastal Cleanup Day ein Zeichen gegen die Müllflut zu setzen. 2014 sammelten 562 000 Freiwillige weltweit etwa 7300 Tonnen Müll an Stränden und Küsten. Das nächste Großreinemachen findet am 19. September 2015 auch an der Ostsee statt. Im Rahmen des Meeresschutzabkommens Ospar initiierten einige europäische Staaten die Aktion Fishing for Litter. In diesem Rahmen sammelten Fischer bereits Hunderte Tonnen Kunststoffmüll aus dem Meer. „Bei solch symbolisch wichtigen Aktionen geht es um größeren Müll wie Kunststofffischnetze oder Plastikflaschen“, sagt Melanie Bergmann, Meeresbiologin am Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven und Mitherausgeberin eines unlängst erschienenen Grundlagenwerks zum Müll im Meer. „Es wäre aber illusorisch anzunehmen, dass wir die Meere großflächig vom Müll befreien könnten, vom Problem des schädlichen Mikroplastiks gar nicht zu reden.“ Weniger Kunststoffproduktion, mehr abbaubare Einmalverpackungen, besseres Müllmanagement und bewussteres Verbraucherverhalten bieten bessere Lösungen.


Wie kann man Bakterien unter dem Meeresboden untersuchen, die vor Millionen von Jahren gelebt haben?
Claudia Rust, per E-Mail

Die Fragestellerin bezieht sich auf eine Meldung über Wissenschaftler, die in Proben urzeitlicher Gesteine Überreste von Mikroben gefunden haben. Hierbei handelt es sich um Proteine, Fette und Aminosäuren – Überbleibsel von Mikroorganismen, die vor 150 bis 100 Millionen Jahren am Meeresgrund des sich damals öffnenden Atlantiks lebten. Dort, wo die Erdplatten auseinanderdrifteten, wurde Gestein aus dem Erdmantel nach oben zum Meeresboden gezogen. Bei Kontakt zwischen Mantelgesteinen und Meerwasser bildeten sich Wasserstoff, Methan und andere Stoffe, die sich in heißen wässrigen Lösungen anreicherten. „Kolonien von Mikroorganismen – Bakterien und Archaeen – ernährten sich von einem Mix aus Meerwasser und diesen Lösungen. Sie wurden von Mineralen eingeschlossen, die in Klüften im Gestein wuchsen“, erklärt Frieder Klein von der Woods Hole Oceanographic Institution, USA. „Die Minerale erwiesen sich als perfekte Speicherbehältnisse.“ Abgeschirmt von der Umwelt, blieben die Überreste so über Millionen Jahre konserviert – bis die Forscher sie in ihren Zeitkapseln im Gestein entdeckten und ihnen mit verschiedenen Analysetechniken die Geheimnisse entlockten.

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 112. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 112

No. 112Oktober / November 2015

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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