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Woher hat das Schwarze Meer eigentlich seinen Namen?
Axel Wilms, per E-Mail

Als die alten Griechen die Schwarzmeerregion um etwa 700 v. Chr. erreichten, nannten sie das bis zu 2245 Meter tiefe Gewässer pontos axeinos, das ungastliche, düstere, dunkle Meer. Vielleicht knüpften sie damit an eine noch ältere, gleichbedeutende Bezeichnung aus dem Altiranischen an. In Europa tauchte die Bezeichnung Schwarzes Meer zwar schon Ende des 14. Jahrhunderts auf, konnte sich allerdings erst drei Jahrhunderte später allgemein durchsetzen: als karadeniz im Türkischen, cherno more im Bulgarischen oder maure thalassa im modernen Griechisch. Bisweilen war damals auch vom Meer von Trabzon, Meer von Konstantinopel oder Mare Maggiore, vom Großen Meer, die Rede. Möglicherweise hat die Bezeichnung jedoch einen ganz anderen Ursprung: Die vor zwei Jahrtausenden im Nahen Osten lebenden Völker belegten die Himmelsrichtungen mit einem aus dem alten China stammenden Farbschema. Rot kennzeichnete den Süden und Schwarz den Norden – und dort lag das große, eben Schwarze Meer.

Haben die Bestände an Krill in den Polarregionen zugenommen, seitdem die Wale – die sich ja von Krill ernähren – dort durch Jagd dezimiert wurden?
Hero Feenders, Bremen

Richtig ist, dass die Walbestände in den Jahrzehnten bis zur Einstellung des kommerziellen Walfangs um 1964 stark abgenommen hatten. Allein im Südpolarmeer waren seit 1904 jährlich bis zu 45 000 Wale abgeschlachtet worden. Inzwischen hat sich der Trend umgekehrt, zumindest für Mink- und Buckelwale, weniger für Blauwale. „Dennoch haben die Krillbestände durch die Dezimierung ihrer Räuber nicht zugelegt“, sagt Volker Siegel vom Hamburger Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut für Seefischerei. Ob dies an den wachsenden Pinguin- und Robbenpopulationen liegt, die zum Teil ebenfalls vom Krill leben? Bettina Meyer vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut bezweifelt dies, denn dann hätten die Krillbestände durch die Zunahme der Wale in den vergangenen Jahrzehnten sinken müssen. Dafür gibt es aber keine Indizien. „Die in Langzeitdaten gefundene Abnahme des Krills wird mit Klimaänderungen in Verbindung gebracht. Höhere Temperaturen haben die Packeisflächen dezimiert, unter denen sich der Krillnachwuchs über den Winter entwickelt.“ Denkbar sei, dass nicht Wale und andere Räuber die Krillbestände kontrollieren, sondern – umgekehrt – deren Bestände von der Größe des Beutebestands Krill bestimmt wird.

 

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 73. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 73

No. 73April / Mai 2009

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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