Im Winter wird Salz gestreut, damit das Eis schmilzt. Warum schmelzen dann Eisberge nicht, obwohl sie von Salzwasser umgeben sind?
Diana Oehm, Köln
Der Salzgehalt der Weltmeere liegt bei durchschnittlich 35 Promille, das sind 35 Gramm Salz je Liter. Dadurch werden Gefrier- beziehungsweise Schmelzpunkt des Meerwassers zwar auf minus 1,8 Grad Celsius herabgesetzt. „Dennoch schmelzen Eisberge im Kontakt mit dem Meerwasser das ganze Jahr über, denn das Wasser ist ja wärmer als minus 1,8 Grad", sagt Hans Oerter vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. „Unter dem Ekström-Schelfeis, einem Eisstrom, der sich vom antarktischen Kontinent ins Weddellmeer hinausschiebt und dabei aufschwimmt, haben wir Abschmelzraten von etwa 80 Zentimetern im Jahr gemessen." Wenn die 100 bis 300 Meter dicken Eistafeln abbrechen, schmelzen sie umso stärker, je weiter sie gen den wärmeren Norden driften. Das gilt umgekehrt natürlich auch für die Eisberge der Arktis auf ihrem Weg nach Süden. Das im Vergleich zu den Eisbergen relativ dünne, nur ein bis vier Meter dicke Meereis gefriert im Winter und schmilzt im Sommer. Sinken die Lufttemperaturen im Winter tief genug ab, legen die Eisschollen durch Gefrieren an ihrer Unterseite zu. Bei sommerlichen Temperaturen über dem Schmelzpunkt erwärmt sich das Meereis und schmilzt an Ober- und Unterseite.
Wird El Niño allmählich zum Dauerzustand?
Thomas Lambert, per E-Mail
Das Klimaphänomen El Niño, das mit steigenden Wassertemperaturen an der Oberfläche des zentralen und östlichen äquatorialen Pazifiks einsetzt, ist kein Dauerzustand. Zwar legen Statistiken der US-Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA nahe, dass sich El-Niño-Phasen seit Mitte der 1970er Jahre häufen und in manchen Jahren drastisch ausfallen. Solche Warmphasen wurden jedoch immer wieder von Perioden unterbrochen, in denen die Wassertemperaturen, wie im ersten Halbjahr 2009, dem langjährigen Mittel entsprachen oder aber, wie in sogenannten La-Niña-Phasen, sogar darunterlagen. Seit letztem Juni bahnt sich allerdings ein neuer Niño an. Entlang eines schmalen Bandes, das sich im Ostpazifik entlang des Äquators erstreckt, liegen die Wassertemperaturen derzeit bis zu 1,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt. Die meisten Prognosemodelle sagen einen mäßigen bis strengen Niño voraus, der kommenden Winter seinen Höhepunkt erreicht, sich danach aber wieder abschwächt. Weil Ozean und Atmosphäre eng miteinander verzahnt sind, warnt NOAA bereits vor den Fernwirkungen. Mit Trockenheit in Indonesien und höheren Niederschlägen über Teilen des Pazifiks sei zu rechnen.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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