Wieso haben Blaufußtölpel blaue Füsse?
Janina Thormann, per E-Mail
Mit ihrem braun-weißen Gefieder wirken diese großen Wasservögel eher unscheinbar, wären da nicht ihre auffällig blauen Füsse. Auf der Suche nach passenden Partnern stolzieren sie voreinander auf und ab, strecken bei ausgebreiteten Flügeln Schnabel und Schwanzspitze gen Himmel und präsentieren prahlerisch ihre blauen Füsse. Diese Blaufärbung hat zwei Ursachen: Zum einen befinden sich unter der Oberhaut ihrer Füsse und Schwimmhäute bestimmte Collagenfasern, die verstärkt bläuliches Licht reflektieren. Zum anderen rührt die Blaufärbung von Carotinoiden, besonderen natürlichen Farbstoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Das bedeutet, je erfolgreicher die Vögel bei der Jagd nach Fisch sind, desto intensiver ist das Blau. Dabei variiert die Färbung von einem blassen Graublau bis hin zu einem strahlenden Dunkelblau. Als Wissenschaftler Blaufußtölpel auf Diät setzten, beobachteten sie, wie sich die Blaufärbung innerhalb von zwei Tagen abschwächte. Für die Tölpel ist die Farbe somit ein Hinweis für Jagderfolg und Befinden ihres zukünftigen Partners, auf den sie bei Balz reagieren.
1998 verursachte der Frachter „Pallas“ mit „nur“ 15 Tonnen Öl eine beachtliche Umweltverschmutzung in der Deutschen Bucht. Warum ist angesichts der vielen versenkten Schiffe im Zweiten Weltkrieg keine größere Umweltkatastrophe überliefert oder eingetreten?
Torsten Eiben, Spiekeroog
Mit Sicherheit hat es in den Kriegsjahren solche Katastrophen gegeben. Angesichts der hohen Verluste an Menschen und Material scheinen diese Meeresverschmutzungen jedoch als leichter zu verkraftende Kollateralschäden verbucht worden zu sein – wenn sie überhaupt wahrgenommen wurden. Denn abgesehen von Ausnahmen wie dem „Unternehmen Paukenschlag“, bei dem im Frühjahr 1942 vor der US-Ostküste 23 Handelsschiffe von deutschen U-Booten versenkt wurden, spielten sich viele Kampfhandlungen auf dem offenen Ozean ab. Bunker- oder Heizöl, das während eines Angriffs nicht verbrannte, wurde im Lauf der Zeit durch Wind und Wetter beziehungsweise biologisch-chemisch zersetzt und gelangte gar nicht erst an die Küsten. Außerdem sei etwa die Nordsee durch Minen und Blockaden ohnehin weitestgehend verkehrsfrei gewesen, sagt Reinhard Hoheisel-Huxmann vom Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven. „Hinzu kommt, dass zu Kriegsbeginn 1939 noch fast 58 Prozent der Weltschiffsflotte über 100 Bruttoregistertonnen mit Kohle befeuert wurde. Bei britischen Schiffen lag dieser Anteil sogar bei fast 70 Prozent.“ Daher wundert es kaum, dass heute nicht Ölkatastrophen, sondern eher die nach dem Zweiten Weltkrieg in Nord- und Ostsee verklappten Munitionsvorräte und chemischen Kampfstoffe im Mittelpunkt der Diskussion um Altlasten stehen.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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