Wieso frieren Wasservögel im Winter nicht auf dem Eis fest?
Jürgen Wendler, Bremen
Im Winter zieht man sich gern auch einmal ein zweites Paar Socken über, um keine kalten Füße zu bekommen. Bei Wasservögeln jedoch ist das Gegenteil der Fall: Für sie sind kalte Füße im Winter lebenswichtig. Würden sie mit warmen Füßen auf dem Eis stehen, würden sie zu viel Körperwärme verlieren. Die abgegebene Wärme würde das Eis unter ihnen kurzzeitig antauen und dann mitsamt ihren Füßen wieder gefrieren. Ein sogenanntes Wundernetz aus Blutgefäßen, das Rete mirabile, sorgt dafür, dass die Temperatur von Enten- und Möwenfüßen um null Grad liegt. Das Wundernetz funktioniert wie ein Wärmetauscher: Das warme Blut wird vom Herz zu den Füßen gepumpt. In dem Arteriengeflecht liegen die Blutgefäße so dicht beieinander, dass die Wärme des ankommenden Blutes an jenes Blut abgegeben wird, das aus den Füßen in den Körper zurückfließt. So gelangt die Wärme erst gar nicht bis zu den Füßen. Dieser Gefrierschutz versagt allerdings, wenn die Tiere krank oder geschwächt sind, wie es diesen Winter vielerorts zu beobachten war. Die lang anhaltende Kälte ließ viele Gewässer vollständig zufrieren, sodass die Wasservögel nicht mehr an ihr Futter gelangten.
Welche Beziehung hat das „Haus Atlantis“ in Bremen mit dem mythischen Inselreich?
Jens Joost-Krüger, Bremen
Vom Bremer Marktplatz mit seinem Weltkulturerbe Rathaus und Roland zweigt die durch den Kaffeehändler und Mäzen Ludwig Roselius errichtete Böttcherstraße ab. Sie zählt zu den ersten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt. An ihrem südwestlichen Ende liegt das 1930/31 durch Bernhard Hoetger entworfene „Haus Atlantis“. Es „soll jeden Deutschen zum Nachdenken anregen […]: Was weißt du von der stolzen Vergangenheit deiner Vorfahren?“, verkündete Roselius. Als Urheber dieser bis zu den Pharaonen, Griechen und Römern zurückreichenden Vergangenheit sah Roselius erstaunlicherweise „die Männer des Nordens“. Er griff dabei auf die abstrusen Anschauungen des Germanenschwärmers Hermann Wirth zurück, der Atlantis als Urzelle der germanisch-nordischen Kultur ansah, es kurzerhand in die Arktis verlegte und mit der mythischen Insel Thule gleichsetzte. Wirths pseudowissenschaftlichen Thesen zufolge stand das Abendland damals vor dem Untergang. Erlösung erwartete er, ganz zeitgemäß, von der angeblich einst in Atlantis groß gewordenen „nordischen Rasse“. Die Böttcherstraße und mit ihr das „Haus Atlantis“ sind das Stein gewordene Zeugnis dieser wirren Ideologie.
Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 79. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.
Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
| Vita | Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. |
|---|---|
| Person | MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen |
| Vita | Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. |
| Person | MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen |