Leser fragen mare

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Wann und wie kam das Wasser auf die Erde?
Helmut Braun, St. Ulrich

Im finsteren Erdzeitalter des Hadaikums (angelehnt an die griechische Unterwelt Hades), 4,6 Milliarden Jahre bis 4,0 Milliarden Jahre vor heute, ähnelte die Erde eher dem Mond als unserem Blauen Planeten. Ihre Oberfläche war von Kratern zerfurcht, und Kontinente existierten noch nicht. Irgendwann in diesem ersten Äon der Erdgeschichte kam das Wasser auf die Erde. Anhand der ältesten Gesteine konnten Geologen nachweisen, dass schon vor 4,03 Milliarden Jahren flüssiges Wasser auf der jungen Erde existierte. Was davor war, bleibt ungewiss. Auch der Ursprung des Wassers ist bislang nicht eindeutig geklärt. Es gibt zwei Theorien: Wasser könnte aus dem Erdinneren über die damals zahlreichen Vulkane ausgegast worden sein. Als die Erde sich dann abkühlte, kondensierte der in der Atmosphäre gesammelte Wasserdampf und es regnete – mehrere tausend Jahre lang. So entstand ein Urozean, aus dem sich später die Kontinente erheben sollten. Eine zweite Möglichkeit für die Herkunft des flüssigen Nasses sind Kometen, die mit der Erde kollidierten und dabei auch Wasserdampf freisetzten. Ob wir unser Wasser einem dieser beiden Prozesse oder aber auch beiden zugleich verdanken, wissen wir bis heute noch nicht vollständig.

Warum heißt es eigentlich „vor Anker liegen“? Wenn ich mit meinem Boot ankere, liegt es immer dahinter.
Nikolaus Luntscher, Langenfeld

In seinem wortgeschichtlichen Handbuch deutscher Schifferausdrücke weist Friedrich Kluge darauf hin, dass einige nautische Begriffe wie „an Bord“, „auf Deck“ oder „in Sicht“ ohne Artikel benutzt werden. Mit Blick auf ankernde Schiffe sind indes mehrere Präpositionen gebräuchlich. Zwar heißt es schon im Auricher Wasserrecht aus dem 16. Jahrhundert, „dan licht dass Schip vor Ancker mett veer Touwen“. Allerdings kann ein Schiff auch zu, an oder am Anker liegen oder stehen, wie dem Grimmschen Wörterbuch zu entnehmen ist: „dieweil die schif an den ankern standen“. Kluge zitiert zudem einen Bericht aus dem Jahr 1600, in dem ein Schiff „für ancr zu lögen“ kommt. Das frühneuhochdeutsche „für“ entstammt dem althochdeutschen Wort „furi“. Es wurde ursprünglich mit Bezug auf räumliche Gegebenheiten gebraucht und bedeutet so viel wie „voraus“. Denkbar ist also, dass es einst im Sinn von „voraus Anker“ gebraucht wurde und den voraus liegenden Anker bezeichnete. Im Lauf der Zeit wird sich daraus das verkürzte „vor Anker liegen“ entwickelt haben. Einschlägige Wörterbücher geben darüber leider keine vertiefende Auskunft.


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mare No. 88

No. 88Oktober / November 2011

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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