Warum sind Fische aus südlicheren Breiten auffälliger gefärbt als solche, die in nördlicheren Breiten leben?
Hans-Joachim Borecky, Angermünde
Korallenfische weisen eine enorme Farbenvielfalt auf, Fischarten aus kühleren Meeresregionen präsentieren sich hingegen eher in Grau-, Silber- und Brauntönen. „Das hängt mit der Artenvielfalt zusammen“, sagt der Fischbiologe Timo Moritz vom Meeresmuseum Stralsund. „Tropische Gewässer sind artenreicher. Entsprechend ist auch die absolute Anzahl ,bunter‘ Arten höher.“ Indes spielen
Umweltbedingungen für die Farbunterschiede vermutlich eine größere Rolle. Tropische Meere sind nährstoffärmer, damit auch ärmer an Plankton und folglich klarer. Aufgrund der besseren Sichtverhältnisse ist der optische Sinn hier generell wichtiger – zum Beispiel, um Reviere abzugrenzen, vor Giftigkeit zu warnen oder um Räuber in die Irre zu führen. Ein kontrastreich gefärbter Fisch ist in einem bunten, stark strukturierten Riff eben schlechter zu erkennen als Fische einheitlich gefärbter Arten. „Viele Fischarten in Korallenriffen sind sogar noch bunter, als wir sie wahrnehmen. Sie haben Muster, die ultraviolettes Licht reflektieren, das Menschen nicht wahrnehmen können. Artgenossen aber besitzen spezielle Sinneszellen in der Netzhaut, mit denen sie diese zusätzlichen ,Farben‘ erkennen“, so die überraschende Auskunft des Stralsunder Experten.
Lässt sich das Alter von Schwämmen mit dem bloßen Auge bestimmen?
Helmut Braun, St. Ulrich
Manch ein Schwamm, beim Strandspaziergang aufgelesen, wird vermutlich gar nicht als solcher erkannt, denn je nach Art und Nahrungsangebot weisen diese Tiere vielfältige Formen und Farben auf. Sie kommen als farbenfrohe Flechten oder bauchige Kelche vor, manche wenige Zentimeter klein, andere einige Meter groß. Der bekannteste Vertreter ist wohl der Badeschwamm, der trotz der Konkurrenz durch künstlich hergestellte Putzschwämme wegen seiner hohen Saugfähigkeit auch heute noch gefragt ist. Schwämme sind sesshafte Tiere und leben in allen Weltmeeren. Sie haften meist an harten Untergründen und ernähren sich von Partikeln, die sie aus dem Wasser herausfiltern. Das Alter eines Schwammes kann nicht mit bloßem Auge bestimmt werden. Die Wissenschaftler setzen stattdessen Wachstumsmodelle ein. Diese Modelle basieren auf Stoffwechselraten, die wiederum vom Sauerstoffverbrauch abhängen – den die Wissenschaftler messen können. So fanden sie heraus, dass ein Schwamm aus dem Südpolarmeer das wohl älteste Lebewesen der Erde ist. Es lebt seit mehr als 10 000 Jahren.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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