Leser fragen mare

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Können Fische seekrank werden?
Helmut Braun, St. Ulrich


„Fische können wie Menschen sehr wohl heftig seekrank werden und sich sogar erbrechen“, weiß der Ozeanograf Gerd Wegner vom Institut für Seefischerei in Hamburg, der dies selbst schon auf einer seiner Forschungsreisen im Nordatlantik beobachten konnte. Die Seekrankheit, die mit Schwindel, Übelkeit und Erbrechen einhergeht, wird korrekterweise als Bewegungskrankheit bezeichnet. Denn sie wird nicht allein durch Wellengang ausgelöst. Manch einen trifft sie auch etwa beim Autofahren oder im Flugzeug. Ursache hierfür sind widersprüchliche im Gehirn zusammenlaufende Informationen über Lage und Bewegung des Körpers. So senden die Augen bei heftigen Schiffsbewegungen andere Informationen aus als der Gleichgewichtssinn, der im Innenohr liegt. Hier befinden sich kleine Kristalle aus Kalk, die Otolithen. Über diese „Ohrsteinchen“ wird die Richtung der Erdschwerkraft und somit die Lage des Körpers im Raum wahrgenommen. Mit jeder Änderung der Körperlage verlagern sich auch die Otolithen. Sinneszellen geben diese Reize an das Gehirn weiter. Dies funktioniert bei Fischen genauso, nur dass deren Otolithen sehr viel größer sind.


Gibt es eigentlich Kapitäninnen?
Anna-Lina Bombis, per E-Mail


Seit dem Jahr 1998 gibt es das Studium zur Nautikerin, wie die offizielle Berufsbezeichnung von weiblichen Offizieren und Kapitänen lautet. Derzeit sind in dem Studiengang Diplom-Wirtschaftsingenieur, den die Bremer Hochschule für Nautik anbietet, 410 Studierende eingeschrieben, nämlich 372 Männer und 38 Frauen. Daraus ergibt sich ein Frauenanteil von rund 9,3 Prozent. Das legt den Schluss nahe, dass sich der Anteil weiblicher Offiziere auf den Schiffen der Bundesmarine beziehungsweise an Bord der unter deutscher Flagge fahrenden Frachter zukünftig erhöhen wird. Denn bei der Marine sind derzeit 5167 Offiziere tätig – im Truppen- und Sanitätsdienst, im Geo- und Informationsdienst sowie im militärfachlichen Dienst. Davon sind aber lediglich 420 Frauen, was einen Anteil von 8,1 Prozent ergibt. Von diesen haben 104 den Kapitänsrang. Auf den Schiffen der deutschen Handelsmarine sieht das Verhältnis schlechter aus. Aus den Statistiken des Verbandes Deutscher Reeder geht hervor, dass am Stichtag 30. Juni 2010 insgesamt 4507 Kapitäne sowie nautische beziehungsweise technische Offiziere auf den Kommandobrücken Dienst taten. Nur 2,7 Prozent davon waren Frauen. Dabei standen 1438 männlichen Kapitänen lediglich zehn Frauen in gleicher Funktion gegenüber, das sind 0,7 Prozent.

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 85. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 85

No. 85April / Mai 2011

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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