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Wieso zieht sich das Meer vor einem Tsunami von der Küste zurück?
Helmut Braun, St. Ulrich


Augenzeugen des Tsunamis 2004 in Südostasien berichteten von einem faszinierenden Phänomen: Kurz bevor die Wassermassen über die Küste hereinbrachen, wurden Hunderte Meter Meeresboden – normalerweise ständig vom Wasser bedeckt – plötzlich freigelegt. Innerhalb kürzester Zeit kam das Wasser jedoch als riesige Welle zurück. Das, was wir gemeinhin als „die Welle“ bezeichnen, ist genau genommen nur ein Teil der Welle, nämlich der Wellenberg. Die komplette Welle besteht aus einem Wellenberg und einem Wellental. „Trifft nun zunächst das Tal auf die Küste, zieht sich das Wasser von der Küste zurück“, erklärt Maren Walter vom Institut für Umweltphysik an der Universität Bremen. „Ob zuerst das Wellental oder der Wellenberg die Küste erreicht, hängt von der Anregung des Tsunamis ab.“ Die riesigen Wogen werden durch Seebeben, Erdrutsche oder Vulkanausbrüche ausgelöst. Wird dabei der Meeresboden extrem nach oben oder unten ausgelenkt, überträgt sich dies auf die Wassersäule darüber. In einem Tsunami werden also alle Wasserteilchen von der Wasseroberfläche bis hinab zum Meeresboden in Bewegung versetzt.

Wie wirken sich die radioaktiven Stoffe aus dem Atomkraftwerk Fukushima im Meer aus?
Christina Murgociu, Neu-Isenburg


„Die Radioisotope des Jods werden bald in Plankton, Algen und Tang zu finden sein, die Radioisotope Cäsium-137, Strontium-90, Technetium-99 sowie Plutonium gelangen über Sedimente und filtrierende Meeresbewohner wie etwa Muscheln ins Nahrungsnetz“, sagt Stefan Lutter von der Naturschutzorganisation WWF. Bislang sind Belastungen, die geltende Grenzwerte überschreiten, aber nur in unmittelbarer Nähe von Fukushima gefunden worden. „Sie werden mit der Zeit und wachsender Entfernung vom Kraftwerk sehr schnell abnehmen“, konstatiert ein französisches Forscherteam in der Zeitschrift „Nature“. Allerdings verteilen Meeresströmungen die radioaktive Last über große Distanzen. Daher konnte die Umweltorganisation Bellona die Spur der radioaktiven Stoffe aus der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield zwar von der Irischen See bis ins Nordmeer verfolgen. Wegen des dabei eintretenden Verdünnungseffekts stellte die norwegische Gruppe aber fest, dass die nördliche Meeresumwelt generell nur gering kontaminiert ist. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich indes, dass Hummer und Seetang zum Teil deutlich mit Technetium-99 belastet sind. Vor diesem Hintergrund wundert es kaum, dass Forscher langfristige Studien fordern, um die Folgen von Fukushima in Meerwasser und Sediment, aber auch in Meeresorganismen zu überwachen.

 

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 86. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 86

No. 86Juni / Juli 2011

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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