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Stimmt es, dass das Seebeben vor Japan im März die Erdachse verschoben hat?
Helmut Braun, St. Ulrich


Das unterseeische Tohoku-Erdbeben vor Japan am 11. März 2011 ist eines der am besten dokumentierten Beben. GPS-Messungen ergaben, dass das Inselreich, je nach Entfernung vom Epizentrum, um mehrere Millimeter bis maximal 4,3 Meter nach Osten verschoben wurde. Neben dieser horizontalen gab es auch eine vertikale Masse- verschiebung Richtung Erdmitte. Die führte dazu, dass sich die Gewichtsverteilung auf der ganzen Erde veränderte. Die Folge: Laut Berechnungen der Nasa verschob sich die sogenannte Figurenachse der Erde um 17 Zentimeter. Diese Achse liegt etwa zehn Meter von der normalen Nord-Süd-Achse der Erde versetzt. „Die Änderung der Figurenachse führt dazu, dass die Erde bei ihrer Drehung etwas anders taumelt als zuvor“, sagt der Bremer Geologe Michael Strasser. Außerdem dreht sich unser Heimatplanet infolge des Japanbebens minimal schneller, was laut Nasa unsere Tage um ein 1,8 Millionstelsekunden verkürzt. Dies ist auf den sogenannten Pirouetteneffekt zurückzuführen: Zieht ein Eiskunstläufer während einer Drehung seine Arme dichter an den Körper heran, dreht er sich schneller.

Warum haben Fischgabeln oft so ausgefallene Formen, die Fischmesser dagegen eher nicht?
Ulrich C. Berendsen, Bad Oeynhausen


In ihrem Buch über die Rituale des Essens schreibt die südafrikanische Autorin Margaret Visser, dass es in aristokratischen Kreisen lange Zeit üblich war, Fisch mit zwei Gabeln zu essen. Etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand im Zug der Industrialisierung ein neureiches Bürgertum, das mit seinem Wohlstand nicht hinterm Berg hielt. Die damals neu eingeführten Fischmesser fanden in diesen Kreisen daher guten Absatz. Sie waren aus schwerem Silber hergestellt und vor allem stark verziert. So zeigte man auch bei Tisch, wer man war, und grenzte sich gleichzeitig gesellschaftlich nach unten, aber auch nach oben ab, denn aus aristokratischer Sicht hatte das neuartige Fischbesteck etwas Parvenühaftes. „Das aufwendig gestaltete Messer war also wohl zuerst da“, sagt Andreas Runow vom Bremer Besteckhersteller Wilkens. „Daher mussten auch die Fischgabeln entsprechend gestaltet werden.“ Davon zeugt etwa das 1870 entstandene und noch heute erhältliche Besteck „Straßburger Empire“. Heute erscheinen diese Vintagekollektionen wie aus der Zeit gefallen. Moderne Fischbestecke wirken dagegen oft sehr sachlich, kühl und zurückgenommen.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 87. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 87

No. 87August / September 2011

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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